Patientenbeitrag

„Zu zweit ist es schon leichter“ – Viktor Öhme unternimmt viel mit einem ebenfalls herzkranken Freund



War der Beitrag hilfreich?
Text ein- und ausblenden

Ich habe einen Freund, einen Nachbarn, den hat es in der gleichen Zeit erwischt. Also wir machen vieles zusammen und in der Gruppe, zu zweit ist es schon leichter. Wenn der eine nicht heute zieht, dann kommt schon der andere. Also man zieht sich gegenseitig. Wo man oft einmal sagt, „ach heute ist nicht so, heute bleiben wir da“, dann kommt er runter und sagt: „Kommst du mit?” Gut, dann gehe ich auch. So zieht man sich.
Und jetzt machen wir die ganzen Sachen zu zweit. Wir gehen auch jeder mal alleine, weil einer hat nicht Zeit. Oder da ist der Nachbar, dann hört man sich jeden Tag: „Du, gehen wir eine Stunde?” Und der nimmt es auch sehr genau und dann sind wir sehr viel zusammen. Das erleichtert die Sache ungemein. Man hat so die gleichen Interessen und wir haben, weil wir schon davor befreundet waren, haben wir auch sonst irgendwie ähnliche Interessen, aber jetzt – man unterhält sich, der andere findet was raus, der eine hört was, der andere sieht was und dann ja, dann tut man sich so, man unterhält sich so und zieht sich auch mit, den ganzen Stil zu wechseln. Macht man sich nicht so so schwierig, weil man sagt, der macht auch das Gleiche nicht.
Man tut zusammen die Gefahren abwenden und man zieht sich gegenseitig auch mehr. Also wenn der eine nicht aufpasst, dann passt der andere auf und dann sage ich, „ja, schauen wir mal da, und das ist aber nicht gerade so gut, und…“ man macht es sich leichter. Auch so im Spaß, nicht, es passt so ein bisschen der eine auf den anderen auf. Und so ist es dann auch beim Training. Der eine zieht den anderen. Wenn der eine heute nichts sagt, dann ruft schon der andere an. Also dann kommt man doch wieder, dass man geht. Und die Regelmäßigkeit, das ist auch das Wichtigste. Meistens nutzt es nichts, dass ich am Tag acht Stunden laufe und dann sieben Tage nicht. Das bringt nicht so viel. Und deswegen ist es wichtig. Zu Zweit machen wir die Sachen, man kann sich unterhalten, während man geht, wenn man läuft, wenn man mit dem Rad fährt. Man kann sich immer unterhalten. Und man sieht das nicht mehr so als Strafe an, dass man alleine durch den Wald ziehen muss – obwohl das auch manchmal schön ist. Aber zu zweit ist es angenehm. Und so macht man es leichter, alles, und jeder hat so seine Philosophie und das bringt was. Der eine spornt den anderen an. Und nebenbei ist Freizeit.

Viktor Öhme
Das Interview wurde am 09.07.2011 geführt.

Viktor Öhme ist 52 Jahre alt. Mit 50 hatte er seinen ersten Herzinfarkt, ein weiterer folgte ein Jahr später. In Folge dessen hat er seine Ernährung umgestellt und viel mehr Bewegung in seinen Alltag integriert. Er sagt, dass er heute einfach bewusster lebt.

Alle Beiträge von Viktor Öhme

Schlagworte:

Neuen Kommentar verfassen






* Pflichtangaben