Patientenbeitrag

Jürgen Thiele hat es sehr geholfen, wie sein Umfeld mit der Erkrankung umgegangen ist


Meine Frau ist so dieser Typ, die sieht durch ihren Beruf, dass es sehr schnell zu Ende sein kann. Nicht unbedingt mit dem Tod, aber dass man in ein Leben verfällt, was von Außenstehenden als nicht sonderlich erstrebenswert angesehen wird und das möchte sie vermeiden, dass mir das so ergeht. Weil die sieht ja auch, dass nicht nur der Patient der Betroffene ist, sondern auch die Begleitung, ob die Ehefrau, der Ehemann oder was auch immer. Es sind ja meistens zwei Menschen betroffen bei einer chronischen Erkrankung und ich möchte nicht sagen, dass sie sich vor mich hinstellt und sagt, „Hier das das das das musst du machen“, aber sie unterstützt mich jedenfalls in diesen Dingen, die ich machen möchte und wo sie sagt „ja, das kann er machen, solange der Arzt sagt, er darf das.“ Wo ich zum Beispiel bei vielen anderen Frauen schon gesehen habe: „Egal was der Arzt sagt, du bist eine arme Socke, du kannst das nicht.“ Also so gesehen ist meine Frau schon eine… das war von Anfang so, dieses Professionelle, das ist sehr hilfreich. Sehr geholfen hat mir der Arbeitgeber, weil er erstens mal keinen Stress gemacht hat mit wieder anfangen und „jetzt bist du krank und jetzt kannst du das nicht mehr“. Und vor allen Dingen meine Kollegen, die das einfach ganz praktisch genommen haben: „Och der kann wieder laufen? Wer laufen kann, kann auch wieder arbeiten.“ Da war komischerweise ein paar Tage nur, zwei drei Wochen „er darf sich schonen“, und dann, wenn der Arzt ihn gesund geschrieben hat, „wir machen deine Arbeit nicht mit“. Was total wohltuend war, weil man wurde wieder gefordert. Fand ich klasse.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.03.2011 geführt.

Jürgen Thiele ist 53 Jahre alt und hatte in den letzten fünfzehn Jahren zwei Herzinfarkte. Er hat das Rauchen und Trinken aufgegeben, seine Ernährung umgestellt und wandert viel.

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