Patientenbeitrag

Die Angst vor einem erneuten Infarkt ist für Matthias Voss der größte Antrieb zur Lebensstilveränderung



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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das ist die Schwierigkeit. Grundsätzlich sind Veränderungen für uns Menschen immer was Negatives. Was sich zwar dann in der Kürze der Zeit oftmals auch als völliger Trugschluss raus kristallisiert. „Oh, jetzt soll ich da in die Herzsportgruppe gehen und soll Sport machen. Habe ich doch nie gemacht. Wieso soll ich das jetzt machen?“ Ja. Die Gewohnheit ist, denke ich der größte Feind in so einer Situation.
Nur wie gesagt, der Sport alleine ist es nicht, es gibt ja auch andere Möglichkeiten. Aber der Sport alleine ist nicht das Ausschlaggebende. Das, was ich jetzt mache, ist letzten Endes eine komplette Umstrukturierung. Sport, Ernährung, Lebenswandel, diese Dinge habe ich komplett umgestellt. Andere tun das nicht. Bei denen funktioniert das vielleicht auch. Aber bei mir ist das mit Sicherheit auch die Angst. Die Angst, dass das nochmal passieren könnte.
Jetzt einfach im Nachhinein zu wissen, wie es sich a) anfühlt, b) dass du davon sterben kannst und c) vor allem, dass du alleine bist in der Situation. Ich denke, das macht die Sache noch schlimmer. Das setzt dem Ganzen dann noch einen oben drauf. Dass du dann irgendwo bist und kein Mensch ist da. Und du stirbst und keiner kriegt es mit.
Es gibt nichts Schlimmeres, als mit einer Krankheit alleine dazustehen. Das ist das Schlimmste was es gibt, weil dir kann keiner helfen, wenn du der Einzige bist. Oder wenn du eine Krankheit hast, die noch Null erforscht ist, dann stehst du da, jeder probiert an dir rum, aber keiner kann dir wirklich helfen. Wenn du aber jemanden hast, der das gleiche Schicksal hat, kannst du dich schon mal austauschen.

Matthias Voss
Das Interview wurde am 04.08.2011 geführt.

Matthias Voss ist 42 Jahre alt. Vor einem Jahr erlitt er einen Herzinfarkt, in dessen Folge er seine Lebensweise komplett verändert hat. Nach dem sofortigen Rauchstopp hat er seine Ernährung umgestellt und geht mehrmals pro Woche zum Herzsport. Aufgrund dieser Veränderungen und der psychotherapeutischen Hilfe geht es ihm heute gut.

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