Patientenbeitrag

Früher war Ingrid Claasen ein „Workaholic“, der Druck zur Änderung kam von Ärzten und der Familie



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Naja, ich war ein Mensch, der seine Arbeit auch gut machen wollte, dass das alles auch Hand und Fuß hat. Und das wurde ausgenutzt. Ich habe auch eine Weile nichts gesagt.
Ich bin früh morgens, um halb sieben habe ich angefangen, nein stimmt ja gar nicht, um sieben fing es an, und ich war um sechs schon da. Ich war meistens immer eine Stunde vorher dann da. Und dann am Nachmittag genau so, um 16 Uhr haben wir Feierabend gehabt und ich bin meistens bis fünf, sechs, manchmal auch bis um sieben geblieben.
Bis ich aber dahinter gekommen bin, dass sie zu faul waren, das selber zu machen „Lass mal die [Name] das machen, dann brauchen wir das nicht machen.“
Eine Zeit lang dann hat mich das nicht weiter gestört, aber dann irgendwann mal, weiß ich auch nicht, was mich da angepiekt hat, da war ich dann sauer, richtiggehend sauer. Und dann kam zu dem Stress dann auch Ärger. Naja, und das waren dann die ganzen… wie es dann kam. Und wie gesagt, wo ich mich dann einmal massiv geärgert habe, danach fühlte ich mich auch richtig schlecht, als ob ich schwer krank war und nun versuche wieder eben Tritt zu fassen. Und da habe ich dann schon so bei mir gedacht „Du musst irgendwas ändern“, aber wusste nicht was. Und da bin ich dann zum Arzt, weil mir auch, wie gesagt, überhaupt nicht gut war, und da hat er mich dann untersucht, ach nein, das war ja eine Sie gewesen, und da hat sie dann ganz eindringlich mit mir geredet. Und die hat richtig Klartext geredet, die hat da überhaupt kein Blatt verwendet. Hat ganz konkret zu mir gesagt „Wenn Sie Ihr Leben nicht umändern, dann werden Sie keine 40“, hat sie zu mir gesagt. Da war ich so um die 30 gewesen. Naja, und das hat mir dann doch ein bisschen Angst gemacht. Weil meine Mutter auch immer redete „Was musst du da schon so früh hin und abends so lange? Und wie lange willst du das denn durchhalten? Denk an meine Vorgeschichte und du weißt, dass das vererbbar sein kann.“ Und von da an, da fing ich dann wirklich an mein Leben langsam zu ändern.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 29.01.2011 geführt.

Ingrid Claasen ist 60 Jahre alt. Schon als junge Frau hatte sie mit Bluthochdruck und Herzproblemen zu kämpfen. Eine familiäre Vorbelastung und ein leichter Schlaganfall mit Anfang 30 haben sie schließlich dazu motiviert, ihre Lebensweise zu verändern, sich mehr zu bewegen und Stress zu reduzieren.

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