Patientenbeitrag

Einerseits hasst Christa Lorei, Verkäufer und Service-Kräfte mit ihren speziellen Ernährungswünschen zu nerven, andererseits sagt sie, dass ihr Leben so viel spannender geworden ist



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Ornish sagt ja, „20 Gramm Fett [am Tag]“. Wenn man weiß, dass 100 Gramm Haferflocken schon acht Prozent Fett enthalten, dann können Sie sich vorstellen, wie wenig das ist. Man muss wirklich die Verkäuferin in der Bäckerei nerven, „Was ist hier ohne Fett?“ – „Nichts“, sagen die dann im Brustton der Überzeugung. Aber es gibt da so Bücher, wo die Inhaltsstoffe drin stehen, das ist Vorschrift und dann gucken sie sich das an. Und sagen, „naja, die Brötchen sind ohne, aber die sind aus Weizen und das ist nicht Vollkorn“. Das ist nicht wirklich eine Alternative. Also habe ich angefangen Brot selbst zu backen. Das kann nicht jeder. Also ich muss mich immer wieder motivieren, mich sachkundig zu machen und nachzufragen. Was übrigens auch eine psychosoziale Komponente ist. Ich hasse es, mich unbeliebt zu machen, indem ich die Leute mit unangenehmen Fragen belästige. Da zu mir selbst zu stehen, ist wirklich ein Prozess, den ich nicht von jetzt auf gleich schaffe. Mir nicht übel zu nehmen, dass ich das nicht immer schaffe, ist auch ganz wichtig. Und das alles im Alleingang ist fast unmöglich. Also man braucht eine Menge Reflexionsfähigkeit, Input von außen und muss immer wieder die Verantwortung trotzdem für mich selber übernehmen. Andererseits ist das Leben seitdem so spannend wie als ich angefangen habe, mich auf den Weg zu machen über Meditation und so weiter eine andere Ebene kennenzulernen. Und das hätte ich nicht gedacht. Ich hatte vorher schon ab und zu  depressive Anwandlungen, weil ich immer weniger konnte und immer älter wurde und nicht so richtig wusste, wie ich da jetzt rauskomme. Und das ist jetzt wirklich anders.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

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