Patientenbeitrag

Christa Lorei hat gemerkt, dass sie das Fitness- und Kraft-Training für ihr Herz an die Möglichkeiten und Grenzen ihres restlichen Muskelapparats anpassen muss



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Ich gehe jetzt in ein Fitnessstudio, aber ich merke, dass das problematisch ist. Man kann nicht mit 66 von Null auf Hundert fahren. Natürlich macht es Sinn, kontinuierliche Leistung zum Beispiel auf dem Laufband oder auf dem Fahrrad zu erbringen, aber bei mir brach dann das gesamte Bänder-Sehnen-Muskel-System zusammen. Das ging gar nicht. Jetzt bin ich wieder runtergefahren und mache es so, wie ich es für richtig halte. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man sein eigenes Körpergefühl stärkt und die Verantwortung für sich selbst auf allen Ebenen übernimmt. Das ist nicht so leicht. Aber auch nicht so schwer, wie ich gedacht habe.

Aber der konventionelle Ansatz ist ja, dass man versucht, die Medikamente zu reduzieren, indem man die Grenze, an der man trainieren soll, austestet und dann eine Weile dabei bleibt. Das wäre schön, wenn es gegangen hätte. Von der Power war das überhaupt kein Problem, aber ich kriegte Knieprobleme, Hüftprobleme, Fußprobleme, weil das alles etwas schief ist. Ich bin links kürzer als rechts. Da sind die Bandscheiben schon ziemlich abgenutzt und ich konnte nachts vor Schmerzen nicht mehr schlafen, sodass wir das Experiment, so wie es geplant war, abbrechen mussten. Ich bin dann bei einem Orthopäden gelandet, der auch noch einmal gesagt hat: „Das geht so nicht. Selbst wenn das gut für das Herz ist – wir müssen das ein bisschen anders machen.“ Jetzt mache ich ganz langsam Muskelaufbautraining und dann geht auch das andere. Ich muss es nicht weglassen, sondern ich muss es viel langsamer und detaillierter angehen. Jetzt gibt es eben eine Kombination aus nur durch das Körpergewicht getragenen Übungen. Also nicht mehr mit Belastung, fünf Kilo, 20 Kilo oder so was, sondern ganz vorsichtige Übungen, die man zum Beispiel mit Leuten macht, die eine neue Hüfte bekommen haben. Nur durch das eigene Körpergewicht [belastet]. Wenn ich das geschafft habe und wenn da Muskeln aufgebaut sind, kann ich etwas mit Gewichten machen.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

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