Patientenbeitrag

Statt sich mit Problemen auseinander zu setzen, hat Christa Lorei durch Meditation lange Zeit negative Gedanken verdrängt



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Ich habe mich verstärkt darauf konzentriert, mich nicht mehr in Meditation zu flüchten, sondern die Meditation so zu verwenden, dass ich wirklich die Dinge, die ich schwierig finde in meinem Leben, nicht mehr hinnehme, mich einrichte und anpasse. Sondern ich gehe in die Konfrontation damit. Das ist anders geworden. Ich habe es mir schon auch mit der Meditation gemütlich gemacht.

Ich habe sicherlich, vielleicht wie viele andere Menschen auch, Meditation missverstanden als etwas Wellnessartiges. Man entspannt sich und dann ist gut. Was ich übersehen habe, ist, dass man, wenn man seine Gedanken beobachtet, auch an Gedanken und Gefühle kommt, die nicht so angenehm sind. Man kann, wenn man nicht detailliert angeleitet wird und keinen Meister vor Ort hat, der wirklich qualifiziert ist, Meditation dazu benutzen, alles Unangenehme zu verdrängen. Das habe ich ein Stück weit gemacht, sonst wäre ich nicht so krank geworden. Dann fühlt man sich sicher, aber man fühlt eigentlich gar nichts mehr. Das fällt einem leider manchmal etwas zu spät auf, weil man das alles [abtut] mit „diese Welt ist Illusion“. Das ist ja eine Lehre aus der Esoterik. Das stimmt zwar auf einer bestimmten Ebene, aber der Fehlschluss – „dann muss ich auch nicht darauf reagieren“ – ist natürlich fatal. Diesem Irrtum bin ich eine Zeit lang unterlegen. Das mache ich jetzt anders. Das heißt, für mich ist inzwischen Meditation zum Teil ein ziemlich heftiger Prozess, der einiges an Mut erfordert, all die Leichen, die im Keller liegen, hochkommen zu lassen. Und ich habe inzwischen auch Techniken, die das möglich machen.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

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