Patientenbeitrag

Alle Erledigungen mit dem Fahrrad – das schaffte Christa Lorei nur, nachdem sie ihr Auto abgeschafft hatte



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Das erste war, dass ich der Versuchung widerstanden habe, mir ein E-Bike zu kaufen, wie alle meine Altersgenossen um mich herum. Ich bin bei meinem normalen Fahrrad geblieben. Das hat fünf Gänge. Und ich habe mein Auto abgeschafft, weil ich gemerkt habe, solange das Auto vor der Tür steht, habe ich mich dann oft doch für das Auto entschieden, auch wenn das Fahrrad gereicht hätte. Ich wohne sieben Kilometer vom Stadtkern entfernt und habe dann wirklich alle Erledigungen mit dem Fahrrad gemacht, weil es mir schwer fällt Sport zu treiben, nur um des Sporttreibens Willen. Ich brauche ein Ziel, das nützlich ist. Damit habe ich angefangen. Nützlich war halt, dass ich Erledigungen zu machen hatte in der Stadt. Das habe ich dann auch getan. Allein das hat schon gereicht. Die nächste Stufe kam, als es mir ein bisschen besser ging. Natürlich war ich schnell außer Atem, weil ja noch gar nichts verändert worden war. Ich habe dann die Gänge hoch geschaltet. Ich bin im dritten Gang über eine Bahnüberführung, über einen Fluss oder über die Autobahn gefahren. Das sind ja nur kleine Steigungen für Profis, aber für mich war das schon eine ganze Menge. Ich habe gemerkt, wenn ich mich nicht zu sehr überfordere, bleibe ich auch motiviert. Ich habe mir mehr Zeit genommen als früher. Früher bin ich immer wieder bei Versuchen gescheitert, weil ich von Null auf Hundert hochgefahren habe. Das war mir dann alles zu viel und dann bin ich wieder auf Null gefahren. Und diesmal, vielleicht auch weil ich älter geworden bin, habe ich einfach mehr Geduld mit mir selbst. Das hat so schnell so nachweisbar für mich bemerkbare Verbesserungen erbracht, dass ich dran bleiben konnte, weil ich im Grunde genommen das Lob mir selbst geben konnte. Ich habe mich selbst aus dieser unangenehmen Lage gearbeitet von kaum noch gehen können, keine Treppen steigen können und so weiter bis in einen Bereich, wo ich mit anderen wieder mithalten kann.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

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