Patientenbeitrag

Tomatenmark aufs Brot statt Butter – statt Verboten hat sich Christa Lorei eine Liste mit Erlaubtem geschrieben



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Es gibt zum Beispiel keine Butter und keine Margarine mehr zum Frühstück. Es gibt keinen Käse mehr mit 45 Prozent Fett in der Trockenmasse. Es gibt tausend Sachen nicht mehr. Aber stattdessen – am Anfang hatte ich eine Liste mit „Dont‘s“ am Kühlschrank hängen und dann habe ich gemerkt, dass das echt frustrierend ist. Jetzt habe ich mir einen Zettel gemacht, der hängt zwar nicht mehr am Kühlschrank, sondern es sind mehrere in einem Tagebuch, quasi einem Anweisungsbuch mit den Dingen, die ich darf. Und das ist natürlich gewöhnungsbedürftig: Als Unterlage auf meinem Brot befindet sich jetzt Tomatenmark oder Senf oder Magerquark. Aber dann stelle ich mir vor: „Will ich jetzt leben? Und will ich gut leben oder was?“ Also die Gewichtung immer wieder zu reflektieren. Wie wichtig ist mir das? Und das geht glaube ich wirklich nur, wenn man sich bewusst mit den Dingen auseinander setzt. Wenn man diese Automatismen, die man über Jahrzehnte angesammelt hat, immer weiterführt, kommt man keinen Schritt weiter. Die alten Ärzte, auf deren Wissen heute die Ärzte noch ihren Eid ablegen, die haben gesagt: „Lass deine Nahrung Medizin sein. Lass Medizin deine Nahrung sein.“ Und ich glaube, das ist mein Wunsch für mich, dass ich das so beibehalten möchte.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

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