Patientenbeitrag

Bei der Meditation beobachtet Christa Lorei ihre Gedanken und kann so negative Gedanken abbauen



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Ich höre nicht auf zu denken, aber ich gehe nicht mehr hinter jedem Gedanken hinterher. Sie kennen das wahrscheinlich, diese Assoziationsketten, die man dann hat: Man denkt über einen Hund nach und landet irgendwo völlig anders und dann bemerkt man erst, dass man denkt. Und das wird weniger. Das wird langsamer und fährt mehr in den Hintergrund. Dann kommen manchmal Dinge hoch, die man im Laufe des Tages erlebt hat. Das ist ja so, dass jeder Mensch eine Geschichte hat, mit schmerzhaften Erfahrungen, schönen Erfahrungen und neutralen Erfahrungen. Und die erfreulichen Erfahrungen, die nimmt man ganz gerne auf und die Negativen versucht man zu unterdrücken, zu verdrängen oder man agiert sie aus. Aber das ergibt beides so eine Art Vorrat von nicht bearbeiteten Dingen, die im System stecken bleiben. Und wenn man still wird, dann haben die Gelegenheit sich zu zeigen. Wenn man dann still sitzen bleibt in dieser Beobachterposition, also sich nicht identifiziert mit dem Gedanken, „ich bin jetzt dieser Gedanke“ – das ist der normale Vorgang. Sondern nur guckt, „ah, da ist ein Gedanke“ oder „aha, so denke ich“. Dann kann ich ihn da sein lassen und schlussendlich kann ich erkennen, dass es einfach nur Energie ist, was dahinter steckt. Das heißt, wenn ich aushalten kann, sitzenzubleiben und ihn anzugucken, ihn da sein zu lassen und ihn dann aber gehen zu lassen. Also das geht. Das ist aber wirklich ein sehr feiner Unterschied zwischen verdrängen und kurz da sein lassen, aber sich nicht über Gebühr dafür zu interessieren. Es ist einfach nur ein Gedanke. Natürlich kann man, wenn er gar nicht abzuweisen ist, hinspüren: „Was braucht der jetzt von mir? Braucht der Zuwendung? Braucht der Respekt?“ Man kann fragen: „Was brauchst du von mir?“ Aber dann bin ich immer noch die Handelnde, die Beobachterin, die sich nicht identifiziert damit. Dann löst er sich wirklich auf. Es erfordert einiges an Übung, das stimmt. Und deswegen macht es auch Sinn, es mit Leuten zu machen, die viel Ahnung davon haben oder mit anderen zusammen. Aber schlussendlich kann man das auch zu Hause machen. Und darüber gibt es ganz viel auch im Internet.

Christa Lorei
Das Interview wurde am 08.01.2013 geführt.

Christa Lorei ist 66 Jahre alt. Seit Jahren lebte sie mit einer Herzwandverdickung, doch vor etwa einem Jahr stellte sich heraus, dass auch mehrere Arterien verstopft sind. Daraufhin wurde einerseits mittlels Katheter die Herzwandverdickung behandelt, andererseits veränderte Christa Lorei aber auch massiv ihren Lebensstil: So stellte sie ihre Ernährung nach dem Programm von Dean Ornish um und nahm 10 kg ab. Außerdem begann sie leistungsorientierter Fahrrad zu fahren und ins Fitnessstudio zu gehen. Daneben kümmert sich Christa Lorei durch Meditation und Yoga um ihr emotionales Wohlbefinden.

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