Patientenbeitrag

Mithilfe einer Alexander-Technik-Therapie hat Marie Bernstein ein besseres Verständnis für ihren Rücken bekommen – und die Schmerzen wurden weniger



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Dann habe ich mich viel umgehört und auch über die Krankengymnastik von anderen Therapiemethoden erfahren und habe dann zum Beispiel von ihr Feldenkrais-Übungen gelernt. Ich habe dann über Bekannte, die mir Alexander-Technik empfohlen haben, ein Krankengymnastik-Rezept nach etwa einem halben Jahr zu einem Alexander-Therapeuten gebracht, wo ich also nur erlebt habe, dass er mich Bewegungsabfolgen hat machen lassen und mit sehr wenigen, sehr sanften Berührungen und Druck mir vermittelt hat, wie mein Körper gerade gelagert ist. Ich habe das als sehr wenig eingreifend und invasiv und sehr sanft erlebt. Ich weiß eigentlich gar nicht, worin das bestand oder was er gemacht hat. Ich habe brav meine Übungen mit ihm gemacht. Aber ich glaube, was ich da gelernt habe, ohne dass mir das als spezielle Übung bewusst war, war ein anderes Gefühl für meinen Rücken zu entwickeln. Also ich hatte den Eindruck, ich habe langsam gelernt zu verstehen, was ich gerade meinem Rücken antue oder wie gerade mein Körper im Raum ist. Das war eine sehr neue Erfahrung. Und das hat dann auch tatsächlich dazu beigetragen, dass die Schmerzen deutlich besser wurden und dass ich langsam wieder das Gefühl hatte, ich habe wieder einen stabilen Rücken. Ich habe begriffen, dass der – egal ob ich gehe, liege, stehe oder sitze – dass der da ist und dass ich auf ihn aufpassen muss. Dass ich ihn wahrnehmen muss und darf, also auf ihn achten muss. Ich glaube, das war der entscheidende Punkt. Und das führte dann dazu, dass ich seitdem eigentlich keine dramatischen Beschwerden mehr hatte oder ganz wenig. Aber er ist immer präsent. Alexander-Technik habe ich bestimmt ein halbes Jahr lang gemacht und fand das sehr hilfreich. Aber als das dann vorbei war, habe ich das auch nicht mehr später aufgegriffen. Aber ich glaube, dass es sehr viel verändert hat in meinem Verhältnis zu dem Rücken. So ein bisschen nach dem Motto: „Vorher war es was Lästiges, was ich wegtherapieren muss.“ Ich habe da gelernt, es ist ein Teil meiner ganzen Körperlichkeit, die sich in dieser Zeit sowieso sehr verändert hat, und ich muss mich drum kümmern. Das war für mich der große Erfolg davon und das hat sich auch sehr bewährt.

Marie Bernstein
Das Interview wurde am 21.04.2013 geführt.

Marie Bernstein ist 63 Jahre alt. Mit 30 Jahren bekam sie erstmals Rückenschmerzen, die sie zunächst mit Schmerzmitteln und Entlastungsübungen in Schach hielt. Etwa 10 Jahre darauf bekam sie aber erneut starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen – ein Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert. Daraufhin befasste sich Marie Bernstein eingehender mit ihrem Körper: Sie ließ sich in Alexander-Technik schulen, geht seitdem regelmäßig ins Fitnessstudio und fährt im Alltag viel Rad. Außerdem hat Marie Bernstein gute Erfahrungen mit Qigong gemacht und meditiert täglich.

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