Patientenbeitrag

Die Angst vor einem Krankheitsrückfall sind für Beatrice Arendt die stärkste Motivation für ihre Anstrengungen


Ja, die Motivation ist die, weil ich eben die Situation bereits durchlebt habe. Was die Schmerzsituation angeht, habe ich einen akuten Vorfall gehabt. Ich habe über drei Wochen ganz hoch dosierte Medikamente nehmen müssen, so dass ich wirklich neben mir stand. Ich mir dann tagsüber oder abends die Medikamente wieder, früher in Spritzenform, abholen musste und dann auch schon die Wirkung auf dem Weg nach Hause eintrat. Und ich dann nur noch ins Bett bin und viel geschlafen habe. Das war es. Also ich habe die Situation auch heute noch im Kopf. Das ist für mich nicht vergessen. Und ich habe eine ganz große Befürchtung, dass ich, und das war vor einem Jahr noch schlimmer als heute, dass ich Angst habe, dass ich wieder einen Bandscheibenvorfall kriegen könnte. Ich möchte nämlich nicht wieder diesen Nervenschmerz haben. Das ist wirklich nicht schön und nicht aushaltbar. Und das zweite, was damit zusammen hängt ist, das ich, was die Depression angeht auch Medikamente nehmen muss. Ich möchte auch nicht wieder in die Situation kommen, dass ich bezogen auf eine Schmerzsituation, die das Nervensystem, sage ich mal, nicht verarbeiten kann, dass ich dadurch bedingt wieder in eine Depression reinkomme, die wirklich nicht schön ist. Ich glaube, wenn jemand mal so etwas durchlebt hat, dann kann er das nachvollziehen, dass er sagt, “Ich fürchte mich auch immer davor, wenn ich ansatzweise das Gefühl habe, dass ich in eine traurige Situation reinkomme, dass es schlechter werden könnte”. Das war vor drei Jahren bei mir auch immer. Ich hatte jedes Mal Angst davor, wenn ich wieder so eine Situation hatte, wenn ich merke. meine Stimmung geht runter. Von Tag zu Tag ging sie immer weiter runter, ich konnte da kein Stopp setzen. So dass ich Angst hatte, “Jetzt komme ich wieder in dieses große Schwarze Loch”. Und es ist durch die Musiktherapie und die Verhaltenstherapie so weit gekommen, dass man mir auch das Vertrauen wieder geben konnte. “Du brauchst keine Angst zu haben, du wirst nicht wieder in dieses große Schwarze Loch kommen, wie es eben zum Zeitpunkt des aktiven Band Bandscheibenvorfalls war. Und das sind Motivationspunkte. Das sind ganz große Motivationspunkte, solche Tätigkeiten, wie den regelmäßigen Sport zu machen. Die Angst davor, wieder in dieselbe Situation rein zu kommen.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 19.02.2011 geführt.

Beatrice Arendt ist 55 Jahre alt. Mit etwa 40 Jahren erlitt sie einen Bandscheibenvorfall. Die anhaltenden Schmerzen und eine belastende berufliche Situation bedingten bei ihr eine Depression. Mit der Kombination von gezieltem Rückensport, Therapie und bewusster Entspannung ist es Beatrice Arendt gelungen, ein großes Stück ihrer Lebensqualität zurückzugewinnen.

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Kommentare

  • Nina
    Datum: 16. April 2014

    Ja, das kenne ich, genau, wie Sie ex bedchreiben. Die Angst, es geht wieder ganz schlimm los. Diese Angst drückt mich runter und davor habe ich auch Angst. Es ist total verzwickt und alleine kaum zu bewältigen. Das Schlimme ist, dass es niemand vrsteht, der ed nicht selbst durchlebt.

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