Patientenbeitrag

Mehr Entspannung und Ruhe tun Selina Flemming gut



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Ich habe jetzt einen Hund und der füllt natürlich auch ganz viel aus. Sich einfach mit einem Tier zu befassen. Sicherlich, spazieren gehen ist jetzt für mich jetzt noch nicht so der Sport. Für jemand, der sich gar nicht bewegen will, ist spazieren gehen natürlich ein Sport, aber man muss es ja immer so sehen, wie man es selber [empfindet]. Und ich laufe jetzt eben gemütliche Runden und werfe ein Stöckchen mal und das bringt mich auch weiter.
Insgesamt habe ich gemerkt, dass mir Ruhe und dass mir zum Beispiel der Wald oder Parks, also überhaupt Natur, sehr sehr gut tut. Und wenn ich mal so sehr aufgedreht bin oder auch vielleicht zu viel Spannung in mir habe, dann gehe ich ganz gezielt in den Wald. Da wohne ich glücklicherweise jetzt auch in der Nähe, habe mir das also so auch gesucht mit meinem Partner zusammen, und da gehe ich halt in den Wald und da komme ich wieder runter. Ich gehe nicht mehr so lange zu irgendwelchen Veranstaltungen, wo man lange sitzen muss. Das hat mir früher auch schon nicht gut getan. Da bin ich unruhig geworden und habe das dann aber ausgehalten, weil ich ja jetzt auch nicht stören wollte und dann müssen die alle vielleicht noch aufstehen. Also wenn ich jetzt in das Kino gehe, versuche ich schon darauf zu achten, dass ich eher so an der Seite sitze, damit ich zumindest die Möglichkeit habe, dass ich aufstehen kann und auch keinen störe. Man kann es ja eigentlich so organisieren, wie man es für sich braucht. Man muss halt bloß hingucken. Es ist auch eher die Frage, „was mache ich nicht mehr? Was habe ich früher gemacht?“ Ja wenn man sich das so vorstellt, früher hatte ich so das Gefühl, ich brauche einen ganz großen Strauß mit Blumen um glücklich zu sein – und jetzt reichen mir vielleicht drei Rosen. Es muss da nicht noch eine Orchidee mit drin sein und noch eine Sonnenblume und nicht noch eine Tulpe, sondern man braucht eigentlich oder ich brauche offensichtlich eigentlich gar nicht so viel, um runterzukommen, um glücklich zu sein. Ja ich denke, das ist mit auch das Wichtigste. Nicht in der Masse. Und das ist ja gesellschaftlich auch so ein bisschen bedingt, diesem Überangebot so nachzuhecheln und zu denken, dass ich jetzt, wenn ich das und das und das und das mache, auch am Wochenende diese und diese und diese Aktivitäten durchführe, dass ich dann erfüllter bin. Sondern dass es eigentlich mir besser tut, wenn ich nicht so viel mache.

Selina Flemming
Das Interview wurde am 01.03.2011 geführt.

Selina Flemming ist 35 Jahre alt. In einer Zeit erhöhten beruflichen Stresses erlitt sie mit 30 Jahren zwei Bandscheibenvorfälle. Sie entschied sich, ihre Erkrankung ganzheitlich anzugehen und nahm dabei sowohl physio- als auch psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch, wodurch sie mittlerweile kaum noch Schmerzen hat. Beruflich hat sich Selina Flemming neu orientiert und betreibt heute eine eigene Bewegungs- und Rückenschule.

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