Patientenbeitrag

Selina Flemming hört mittlerweile auf die Signale ihres Körpers und gönnt sich bei Bedarf eine Auszeit



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Also gar nicht unbedingt sporttherapeutische Interventionen, wie ich das natürlich in meinem Studium auch kennen gelernt habe, sondern eher in sich reinfühlen, was würde mir jetzt eigentlich Entspannung bringen? Oder vielleicht auch mal sich mit jemand nettes treffen und einen Kaffee trinken. Ja, das ist auch eine Form von Entspannung für mich. Oder eben meinen Hund streicheln. Oder sich mit jemandem vielleicht auch treffen und gar nichts sagen, sondern einfach nur laufen. Oder auch einfach nur mal ein Buch lesen um runterzukommen. Also das Geheimnis, denke ich, ist schon auch, sich die vom Körper signalisierte Anstrengung, die da jetzt auftritt, in dem Moment dann eben abzustreifen, indem ich dann eben was auch immer ich dann vom Gefühl her machen möchte. Oder jetzt, wenn ich am Rechner sitze und das Gefühl habe, mir ist das jetzt zu anstrengend, ich komme mit meinen Gedanken nicht mehr zurecht, dass ich mir dann einfach meinen Hund schnappe und dann gehe ich eben eine Runde um den Block. Ich bin ja auch als Rückenschullehrerin in Betrieben tätig. Das versuche ich auch meinen Kunden rüberzureichen und zu sagen, „ich weiß, dass es sicherlich in einem Rahmen, wo Sie in einem Büro tätig sind und wo Sie einen Chef haben und wo Sie Kollegen haben, dass es sicherlich schwieriger ist, sich diese kurzen Auszeiten zu nehmen. Aber wenn man alle motivieren könnte und anregen könnte, das als etwas Wichtiges zu bewerten, dann ist man ja dann sozusagen nicht mehr das schwarze Schaf.“ Und eigentlich bringt es ja dann auch was. Also auch wenn es schwieriger wird, sich den Raum für sich zu nehmen, das trotzdem zu machen, weil es am Ende ja gesünder ist. Also die Angst vor den Blicken der Anderen, was ich selber ja auch kenne, da bin ich ja auch nicht frei von.

Selina Flemming
Das Interview wurde am 01.03.2011 geführt.

Selina Flemming ist 35 Jahre alt. In einer Zeit erhöhten beruflichen Stresses erlitt sie mit 30 Jahren zwei Bandscheibenvorfälle. Sie entschied sich, ihre Erkrankung ganzheitlich anzugehen und nahm dabei sowohl physio- als auch psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch, wodurch sie mittlerweile kaum noch Schmerzen hat. Beruflich hat sich Selina Flemming neu orientiert und betreibt heute eine eigene Bewegungs- und Rückenschule.

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