Patientenbeitrag

Beim Sitzen, Gehen und Stehen vermeidet Karl Theodor von Herges durch bewusste Bewegungsabläufe Schmerzen



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Ich versuche gezielt anders zu sitzen als früher. Das fängt allein mit dem Becken an. Nicht einfach so reingekippt zu sitzen, ein Kissen in den Rücken zu legen, damit eine gewisse Grundstabilität im Rücken entsteht. Ich versuche im rechten Winkel zu sitzen und den Rücken durchzustrecken. Also gerade aufrecht zu sitzen. Das sind so diese Sitzpositionen. Vom Gehen her gucke ich natürlich ganz genau, weil gewisse Ängste immer da sind, zu sagen, „wenn du fällst, dann passiert wieder was“. Das will man natürlich auch vermeiden. Manchmal auch übertrieben, ganz klar. Aber die Laufeigenschaften beobachte ich schon. Das fängt natürlich mit dem Schuhwerk an. Ich achte schon darauf, dass vernünftige Schuhe da sind, damit ich vernünftig Laufen und Gehen kann. Ich mache alles langsamer, keine Frage. Ich vermeide gewisse Bewegungen, die vielleicht dazu führen, dass ich  einen Bandscheibenvorfall auslösen könnte. Ich vermeide also regelrechte Bewegungen – ich springe also nicht irgendwie eine Treppe rauf oder runter. Das mache ich also auch nicht. Wenn ich länger stehe, merke ich, dass ich ein Rückenproblem bekomme. Und dadurch, dass ich die Hüfte etwas kippe und den Bauch ein bisschen einziehe, versuche ich auf die Rückenmuskulatur einzuwirken. Dadurch, dass die da ist, auch spürbar da ist, kann ich es also auch provozieren. Früher war das nicht möglich, weil man Muskeln zwar überall hat, aber nicht weiß, wie man sie bewegen kann. Und das war dann auch ein Lernprozess und durch die unterstützenden Maschinen sind die gewachsen und ich spüre sie. Ich kann sie im Stehen mobilisieren. Wenn ich so einen Druck auf dem Rücken habe, mobilisiere ich sie und dann geht es wieder ein bisschen besser.

Karl Theodor von Herges
Das Interview wurde am 12.06.2012 geführt.

Karl Theodor von Herges ist 49 Jahre alt. Mit Anfang 30 hatte er einen ersten Bandscheibenvorfall, auf den in den kommenden 15 Jahren zwei weitere folgten. Mit den chronischen Schmerzen entwickelte sich bei Karl Theodor von Herges eine lang anhaltende Depression, die er erst vor etwa acht Jahren in den Griff bekam. Dazu beigetragen haben eine Psycho- und Gestalttherapie, eine Selbsthilfegruppe mit anderen Schmerzpatienten sowie regelmäßiger Kraftsport und Tai-Chi. Infolge seiner chronischen Schmerzen wurde Karl Theodor von Herges vor 13 Jahren frühberentet.

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