Patientenbeitrag

Für Beatrice Arendt ist es wichtig, den Sinn der Trainingsaufgaben zu verstehen, um auch langfristig motiviert dabei zu bleiben


Also dieses Trainieren, dieses Krafttraining an Geräten, ist für mich schon eher eine Pflichtausübung. Da ist, sage ich mal, nicht unbedingt der Spaß am Sport zu erkennen. Aber was ich gesagt habe, für mich selber nach empfindbar, ist dieses Ausdauertraining auf dem Laufband. Vielleicht gibt es auch ein anderes Ausdauertraining, wo man dieses empfindet. Das weiß ich nicht. Aber das ist zum Beispiel für mich so eine Sache, wo ich für mich sagen kann, allein deswegen würde ich dabei bleiben. Aber auch dieses Training mit dem Beckenboden, die Situation kann ich nachempfinden. Sobald ich in der Lage bin etwas gefühlsmäßig zu empfinden, ist es für mich auch verständlicher. “Aha, deswegen mache ich das hier”, ich ziehe den Beckenboden an, “stimmt, mein Rücken tut mir nicht mehr so weh”. Also kann ich auch in dieser stabilen Situation des unteren Rückenbereichs eine Kiste heben, sage ich jetzt mal, ohne dass der Rücken dann dadurch weh tut. Und das ist doch für meine Begriffe eine positive Erkenntnis, die ich dann für mich selber gewonnen habe. Ich hatte zum Beispiel ganz am Anfang, dass mir eine Sporttherapeutin immer gesagt hat, “Bei der Rudermaschine müssen Sie die Arme so nach hinten machen, damit sprechen Sie dann die und die Muskulatur an”. Ich wieder nachgezogen, “Entschuldigung, ich merke da hinten nichts”. Ich muss ja erst einmal da hin kommen, gefühlsmäßig zu empfinden, dass ich da überhaupt einen Muskel habe, den ich durch diese Bewegung anspreche. Und das ist wichtig. Und wenn ich das dann erst einmal so empfinde und ich das dem Patienten erst einmal soweit vermitteln kann und er dieses Gefühl nachempfinden kann, dann hat er auch vielmehr Motivation etwas zu machen, als dass er das Gefühl hat, das wollen ja nur andere, der Arzt hat mir das verschrieben und ich muss das machen. Nein, ich muss das nicht machen, sondern es ist nur deswegen verschrieben worden, damit es mir im Anschluss daran besser geht. Aber dieses Empfinden muss ich erst einmal haben. Ich muss es für mich selber fühlen können, das dieses Training, was ich da gerade absolviere, für mich auch etwas Besseres bringt.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 19.02.2011 geführt.

Beatrice Arendt ist 55 Jahre alt. Mit etwa 40 Jahren erlitt sie einen Bandscheibenvorfall. Die anhaltenden Schmerzen und eine belastende berufliche Situation bedingten bei ihr eine Depression. Mit der Kombination von gezieltem Rückensport, Therapie und bewusster Entspannung ist es Beatrice Arendt gelungen, ein großes Stück ihrer Lebensqualität zurückzugewinnen.

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