Patientenbeitrag

Als die Schmerzen das erste Mal unerträglich wurden, legte Franziska Neick gezielt eine Auszeit ein, um Kraft und Orientierung für die Krankheitsbewältigung zu finden



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Im ersten halben Jahr hat mir gar nichts geholfen, das war einfach nur schrecklich. Das war auch für meine Beziehung damals komplett überfordernd. Das allererste Mal, dass ich wieder aufgeatmet habe, das war bei einem Ortswechsel. Da habe ich um Hilfe gerufen und habe gesagt, „Ich muss hier raus aus meinem Umfeld. Mir fallen die Wände auf den Kopf. Ich kann nicht mehr.“ Und da bin ich zu meinem Vater an die Ostsee gefahren. Er arbeitet dort über den Sommer und er hat mich dann zweimal zehn Tage im Sommer aufgenommen. Da hatte ich einfach einen Wohnwagen, habe meinen Hund abgegeben und die Verantwortung abgegeben. Und nach einer Woche, nach paar Tagen kam das erste Mal mit dem Meer und der Luft wieder ein bisschen Sorglosigkeit. Dann habe ich das Rückenschwimmen das erste Mal für mich entdeckt, sodass ich das erste Mal wieder Sport machen konnte. Ich habe gemerkt, „Oh, das geht, da geht auch etwas in der Bewegung. Du fühlst dich wieder ein bisschen besser.“ Und in der Sauna habe ich auch gemerkt, dass die mir auch sehr gut tut. Das habe ich mehr gemacht und einfach versucht auf gutes Essen und ein bisschen gute Bilder zu achten. Und das war der richtige Weg. Also den hätte ich noch viel länger gehen müssen. Ich habe danach gedacht, „jetzt muss ich wieder funktionieren, das wird schon“ und dadurch hat sich das noch viel länger hingezogen. Aber das war ein Ortswechsel, wirklich gute Bilder, gute Gespräche und gute Menschen um dich herum, wo man nicht mehr so auf seinen Schmerz fixiert ist und wie die Dinge zu Hause so sind. Das war das erste Mal, dass ich dachte, „Es geht was. Es geht auch anders.“

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.02.2013 geführt.

Franziska Neick ist 25 Jahre alt. Im Alter von 23 Jahren hatte sie einen Bandscheibenvorfall. Um mit der Erkrankung umzugehen, musste sie sich vollkommen neu orientieren. Durch konsequente Stressreduktion, Yoga und regelmäßiges Kieser-Training hat Franziska Neick ihre Schmerzen in den Griff bekommen.

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