Patientenbeitrag

Franziska Neick hat gelernt, nein zu sagen und auch schwierige Entscheidungen zu fällen, um ihren Bedürfnissen mehr Raum zu geben



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Da müssen auch mal schmerzhafte Entscheidungen ran, obwohl man sich da auch immer wieder dran erinnern muss. Und bei ganz harten Sachen hat mir auch mein Therapeut geholfen, indem er autoritär gesagt hat, „das machen wir jetzt so“. Es hat gut getan, dass man auch mal die Verantwortung davon abgenommen gekriegt hat. Das war eine Hilfe, eine Krücke, sozusagen. Ja, genau, das erste Mal „Nein“ zu Aufgaben zu sagen, „das schaffe ich nicht“. Das ist unglaublich schwer. „Ich schaffe es jetzt nicht. Später, aber jetzt nicht.“ Wenn das erste Mal Konflikte kommen und mein Chef mich angebrüllt hat oder so, das war das erste Mal hart, das tat auch im Rücken und im Herzen weh. Und das ist ein Weg, ich glaube da brauche ich noch ein bisschen Zeit, aber den wird jeder irgendwann gehen müssen. Also ich habe erst einmal wieder lernen müssen faul zu sein. „Ich setze mich jetzt hin“, das ist immer noch sauschwer manchmal, einfach zu sagen, „Ich lese jetzt. Ich bin jetzt nicht fleißig.“ Weil ich mir das in ein paar Jahren so abgewöhnt habe, braucht es auch wieder ein paar Jahre, dass man das wieder richtig kann.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.02.2013 geführt.

Franziska Neick ist 25 Jahre alt. Im Alter von 23 Jahren hatte sie einen Bandscheibenvorfall. Um mit der Erkrankung umzugehen, musste sie sich vollkommen neu orientieren. Durch konsequente Stressreduktion, Yoga und regelmäßiges Kieser-Training hat Franziska Neick ihre Schmerzen in den Griff bekommen.

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