Patientenbeitrag

Marie Bernstein hat durch Qigong und Meditation einen anderen Bezug zu ihrem Körper und zu den Schmerzen bekommen



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Die ersten Jahre, wo ich ja auch immer wieder diese Schmerzattacken hatte, war das eher so dieses „Verflucht, jetzt funktioniere ich nicht.“ Und das ist mir abtrainiert worden durch diese Therapien, aber auch das Qigong und die Körpererfahrung in der Meditation – da einfach einen anderen sehr gelasseneren und liebevolleren Bezug dazu zu bekommen. Nicht den Ärger über die Schmerzen, sondern eine Fürsorglichkeit für den Körper zu kultivieren oder sich anzueignen. Also sozusagen eher eine freundlich liebevolle Zuwendung zu der Tatsache, dass es da weh tut – wie man es mit einem kranken Kind machen würde – und nicht dieser Ärger, dass das jetzt einem an diesem oder jenem hindert. Das ist das, was ich selber auch gelernt habe. Ich glaube, dass mein Körper mir in diesen ganzen Jahren immer präsenter wurde. Also [nicht mehr] diese Trennung, „man lebt vom Kopf und man tut dies und jenes“, sondern mir ist sehr viel stärker bewusst geworden, dass das auch mit körperlichen Begleiterfahrungen einhergeht. Und dazu gehört eben auch, dass ich mehr spüre, was ich mit meinem Körper mache. Ich kann mich an eine Zeit erinnern, wo ich dann manchmal plötzlich gemerkt habe: Ich stehe an der Ampel und warte dass die grün wird und denke plötzlich: „Mein Gott, was hast du dich da verkrümmt und verklemmt.“ Hole dann tief Luft und habe das Gefühl, ich entfalte mich körperlich. Und da ist er wieder da. „Du bist nicht nur ein Geist, der sich durch die Welt bewegt, sondern du bist auch ein Körper“ – dass das einfach mir zu einer Erfahrung wurde. Ich glaube, dass die Tatsache, dass mir das möglich war, wirklich sehr stark damit zusammen hing, dass der Rücken mir das aufgenötigt hat, also mir sozusagen gezeigt hat: Der Körper hat andere Rechte und eine andere Präsens. Und das hat sich dann so entwickelt.

Marie Bernstein
Das Interview wurde am 21.04.2013 geführt.

Marie Bernstein ist 63 Jahre alt. Mit 30 Jahren bekam sie erstmals Rückenschmerzen, die sie zunächst mit Schmerzmitteln und Entlastungsübungen in Schach hielt. Etwa 10 Jahre darauf bekam sie aber erneut starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen – ein Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert. Daraufhin befasste sich Marie Bernstein eingehender mit ihrem Körper: Sie ließ sich in Alexander-Technik schulen, geht seitdem regelmäßig ins Fitnessstudio und fährt im Alltag viel Rad. Außerdem hat Marie Bernstein gute Erfahrungen mit Qigong gemacht und meditiert täglich.

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