Patientenbeitrag

Nach dem Bandscheibenvorfall hat sich Marie Bernstein angewöhnt, den Rücken beim Heben zu entlasten



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Meine Rückenbeschwerden fingen an als ich 30 Jahre alt war. Die Bewegung war eine Qual. Das Schlafen war eine Qual, ich bin nachts aufgewacht von den Schmerzen. Ich hatte einen sitzenden Beruf vor dem Computer am Schreibtisch – ich wusste nicht mehr, wie ich Sitzen, Stehen, Gehen oder Liegen sollte. Ich hatte kleine Kinder, die ich auch viel auf dem Arm rumgetragen habe. Ich habe mich also schon sehr gequält gefühlt. Ich ging dann zum Neurologen, der mich behandeln sollte, der hat mich untersucht und ich kann mich genau erinnern: Das erste, was er gesagt hat, war: „Also Sie dürfen für den Rest Ihres Lebens nichts mehr tragen. Keine Aktentasche mehr, gar nichts mehr.“ Und ich dachte: „Vergiss es. Du hast gut reden, das geht so nicht“ und habe natürlich meine Kinder weiter getragen und war aber doch deutlich beeinträchtigt. Ich hatte dann Krankengymnastik, was mir sehr geholfen hat. Ich fand vor allem die Massagen sehr angenehm, fand das sehr schön. Ich habe von ihr Rückenschule gelernt, habe also gelernt, wie ich mich setze, aus dem Bett erhebe, was ich nicht machen darf. Dass ich also den Steiß rausstrecke, wenn ich in die Knie gehe, dass ich darauf achte, dass der Rücken nicht gebeugt wird und solche Dinge. Das war auch durchaus hilfreich. Ich habe dann in völligem Ignorieren dieses Ratschlags des Neurologen sehr schnell auch wieder angefangen zu tragen. Ich trage Schränke, Möbel, Kisten, alles, ohne dass es mir das Geringste ausmacht. Allerdings immer mit entsprechender Vorsicht, das heißt also mit Bauchanspannung. Ich achte darauf, dass ich den Rücken nicht dadurch belaste, dass ich mich nach vorne neige und dass ich also rückenschulengerecht mich in die Knie runterlasse und auch aus den Knien wieder aufrichte mit geradem Rücken. Das hat bis heute phantastisch geklappt, das heißt ich kann wirklich Möbel packen und alles tragen, wie ich will, ohne dass ich Rückenschmerzen habe. Ich bin sicher sensibilisiert dafür, dass wenn Schmerzen auftauchen, meistens im rechten Iliosakralgelenk, dass ich dann Maßnahmen ergreife in dem Sinne, dass ich gucke dass ich mich bewege.

Marie Bernstein
Das Interview wurde am 21.04.2013 geführt.

Marie Bernstein ist 63 Jahre alt. Mit 30 Jahren bekam sie erstmals Rückenschmerzen, die sie zunächst mit Schmerzmitteln und Entlastungsübungen in Schach hielt. Etwa 10 Jahre darauf bekam sie aber erneut starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen – ein Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert. Daraufhin befasste sich Marie Bernstein eingehender mit ihrem Körper: Sie ließ sich in Alexander-Technik schulen, geht seitdem regelmäßig ins Fitnessstudio und fährt im Alltag viel Rad. Außerdem hat Marie Bernstein gute Erfahrungen mit Qigong gemacht und meditiert täglich.

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