Patientenbeitrag

Die Psychotherapie hat Selina Flemming geholfen



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Dann habe ich noch zusätzlich Psychotherapie angefangen, weil ich natürlich auch für mich dieses Zusammenspiel zwischen Seele, Geist und Körper, das gehört für mich zusammen, und ich habe eben das Gefühl gehabt – ich habe ja gesagt, auch beruflich war ich nicht so ganz zufrieden, privat gab es auch ein paar Sachen… Es kam einfach vieles zusammen, wie es ja häufig ist bei Erkrankungen, und da dachte ich: Wenn man ein Problem mit den Muskeln hat, geht man zum Physiotherapeuten und wenn man was mit den Knochen hat, geht man zum Orthopäden. Und ich dachte, ich müsste vielleicht auch innerlich ein bisschen was sortieren, und dann bin ich dann eben noch, habe ich mir noch einen Psychologen gesucht. Das war so ein Gesamtgefüge, wo ich das Gefühl hatte, das könnte jetzt mir helfen.
Beim Knie kann ich hingucken und sagen „Ja okay, das ist zu weit nach rechts, zu weit nach links“. Bei der Seele weiß man das ja erstmal gar nicht, was da so alles schlummert. Und ich habe für mich aber erschließen können, dass so mein ganzes emotionales Gefüge – also ich bin ein sehr emotional sensibler Mensch, das wusste ich schon. Aber was hinter dieser ganzen Emotionalität steckt… Und auch mit Dingen umzugehen, oder auch was ich erzählt habe, mit diesen Problemen, die man manchmal auch hat oder die ich halt im Beruflichen auch hatte, dass man sich manche Dinge zu sehr zu Herzen genommen hat. Man kann das manchmal nicht gleich ändern, weil man so ist wie man ist, aber man kann es manchmal besser einordnen, weil man sich manche Dinge dann besser erklären kann, auch woher das kommt. Und insofern ist das schon so, dass das erstmal hart ist. Also ich habe gesagt vorhin, dass das für mich logisch war, dass ich den Schritt zum Psychologen dann gewählt habe, aber ich gebe das zu: Es war jedes Mal, wenn ich vor dieser Tür stand, „so und nun mal gucken was heute wieder kommt“. Das macht schon auch Angst. Aber ich würde das mal so als positive Angst oder ja, komisches Gefühl, Angst in dem Sinne… es ist ein komisches Gefühl, weil man ja nicht weiß, was da passiert mit einem, wie viele Taschentücher man dann wieder verbraucht. Ja, es ist so.

Selina Flemming
Das Interview wurde am 01.03.2011 geführt.

Selina Flemming ist 35 Jahre alt. In einer Zeit erhöhten beruflichen Stresses erlitt sie mit 30 Jahren zwei Bandscheibenvorfälle. Sie entschied sich, ihre Erkrankung ganzheitlich anzugehen und nahm dabei sowohl physio- als auch psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch, wodurch sie mittlerweile kaum noch Schmerzen hat. Beruflich hat sich Selina Flemming neu orientiert und betreibt heute eine eigene Bewegungs- und Rückenschule.

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