Patientenbeitrag

Täglich Qigong, das schafft Marie Bernstein nicht – aber eine halbe Stunde Sitzmeditation am Tag ist Routine und stärkt auch den Rücken



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Auch für Qigong – selbst wenn man sagt, man kann das in zehn Minuten machen, ist das etwas, was einen Raum braucht. Man kann es in zehn Minuten machen. Aber wenn man es dann wirklich gut beherrscht und sich den Raum dafür nimmt, sind es zwar wirklich zehn Minuten, aber es ist mehr als die zehn Minuten. Gefühlt ist es etwas, was wirklich einen eigenen Stellenwert am Tag haben muss. Das ist das Schwierige. Ich glaube, es sind nicht die zehn Minuten, sondern es ist die Tatsache, dass man irgendwann mal sagen muss: „So, jetzt steige ich aus meinem Ablauf raus. Jetzt nehme ich mir den Rahmen, jetzt schotte ich mich ab gegen alles andere und jetzt nehme ich mir diese Zeit. Da hat jetzt auch nichts anderes drin Platz.“ Das ist das Schwierige. Unterm Strich sind es dann vielleicht wirklich nur zehn Minuten, aber sich den Raum dafür nehmen, das ist das Entscheidende. Das ist mir im Beruf dann eben nicht gelungen, denn da gab es viele Dinge, für die ich diesen Raum haben wollte, und da musste ich einfach Prioritäten setzen. Mal ist es gelungen, mal ist es nicht gelungen. Ich habe dann etwas anderes gemacht, wo ich nicht weiß, wie groß der Beitrag ist, aber ich habe zu der Zeit, unabhängig von den Rückenschmerzen, eine sehr regelmäßige Meditationspraxis angefangen. Und zwar in einer Lotussitzhaltung mit ganz geradem Rücken, bei der das Becken ein bisschen nach vorne geneigt ist auf dem Meditationskissen. Das mache ich fast täglich. Immer eine halbe Stunde, völlig bewegungslos. Aber man investiert sehr viel Energie, diese Haltung aufrechtzuhalten. Auch mit der Phantasie, dass man sich nach oben streckt, die Arme entspannt hat, aber den Rücken nach oben aufgerichtet hat. Wenn man das 20 Jahre lang macht, dann hat das einen Effekt. Ich glaube, dass das auch sehr dazu beigetragen hat, dass der Rücken sehr viel mehr Stabilität gewonnen hat.

Marie Bernstein
Das Interview wurde am 21.04.2013 geführt.

Marie Bernstein ist 63 Jahre alt. Mit 30 Jahren bekam sie erstmals Rückenschmerzen, die sie zunächst mit Schmerzmitteln und Entlastungsübungen in Schach hielt. Etwa 10 Jahre darauf bekam sie aber erneut starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen – ein Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert. Daraufhin befasste sich Marie Bernstein eingehender mit ihrem Körper: Sie ließ sich in Alexander-Technik schulen, geht seitdem regelmäßig ins Fitnessstudio und fährt im Alltag viel Rad. Außerdem hat Marie Bernstein gute Erfahrungen mit Qigong gemacht und meditiert täglich.

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