Patientenbeitrag

Franziska Neick hat erkannt, dass Badminton schädlich für ihren Rücken ist und so schweren Herzens davon Abstand genommen



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Badminton habe ich wirklich viel gespielt. Also mit 17, 18 viermal oder dreimal die Woche trainiert und zum Studium wieder angefangen, zweimal die Woche. Ich habe auch richtig lange Turniere über das Wochenende gespielt und dort habe ich mir dann auch den Rest geholt. Das war schon im November, Dezember vor zweieinhalb Jahren. Das waren meine ersten Schmerzmonate, die habe ich trotzdem weiter gespielt, weil man ja noch im Mannschaftsbetrieb mit drin ist. Und das war dann das letzte. An dem Tag hatte ich solche Schmerzen und bin trotzdem aufs Feld. Ich habe mir den Rücken so blockiert von oben bis unten, dass ich nicht einmal mehr liegen konnte. Da bin ich dann am nächsten Morgen nur noch zur Osteopathie gekrochen. Und da war irgendwie klar: „Okay, das war jetzt das letzte Mal. Das funktioniert nicht mehr. Das macht dich richtig kaputt.“ Und das ist schwer Abschied von so einem Kapitel zu nehmen, weil da auch ein Freundeskreis dran hang und eine Gruppe, mein damaliger Freund, alles. Und dann einfach nicht mehr hingehen… Ich konnte es auch nicht mehr sehen, weil wenn ich dann sehe, wie alle springen können, das ging nicht mehr. Ich könnte es jetzt wieder probieren. Ich weiß, dass ich jetzt wieder einsteigen könnte, aber es ist und bleibt nicht förderlich bis gefährlich. Das ist nach so langer Zeit, dass ich mir das jetzt nicht geben muss. Und es gibt eigentlich auch andere Wege, das so zu akzeptieren. Hobbymäßig würde ich mal wieder aufs Feld gehen und wieder ein Stündchen spielen, aber auf gar keinen Fall mehr am Wettkampfbetrieb teilnehmen oder so ein Wochenende lang, wo man wirklich auch unvorbereitet nach fünf Minuten warmlaufen auf das Feld geht und das ist einfach Mist, das geht nicht. Ich habe das noch einmal versucht aufzuarbeiten und habe nochmal ein Punktspiel mitgemacht. Das hat unglaublich Spaß gemacht, aber inzwischen geht es, da einfach loszulassen und zu sagen, „okay, das ist nicht das Richtige für mich“. Das wusste ich auch – ich hatte auch schon mehrere Bänderrisse, ich bin ein ziemlich großer Mensch – dass es ist nicht die perfekte Sportart ist für mich, dass es relativ gefährlich ist, auf die Knie geht und so. Vielleicht ein verfrühter Abschied, aber das ist okay.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.02.2013 geführt.

Franziska Neick ist 25 Jahre alt. Im Alter von 23 Jahren hatte sie einen Bandscheibenvorfall. Um mit der Erkrankung umzugehen, musste sie sich vollkommen neu orientieren. Durch konsequente Stressreduktion, Yoga und regelmäßiges Kieser-Training hat Franziska Neick ihre Schmerzen in den Griff bekommen.

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