Patientenbeitrag

Franziska Neick muss sich zwingen, ihren Tag nicht sofort wieder zu voll zu packen, sobald die Schmerzen nachlassen



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Es ist immer noch ein Prozess zu sagen, „okay, es tut mir immer noch nicht gut“. Im Augenblick zum Beispiel, wenn mich Leute so fragen, was ich mache, dann sage ich: „Ja, ich beende gerade mein Studium. Aber ich kann euch sagen, wie es ist: Ihr würdet mich nicht wieder erkennen. Wer mich vor zwei Jahren gesehen hat – ich bin wie eine Schnecke.“ Im Augenblick fährt mein Körper immer noch so runter. Der Tag ist so langsam. Aber das ist eigentlich gerade genau mein Tempo und wenn ich das zulasse, geht es mir gut an dem Tag. Dass ich dem Körper genau gebe, was er braucht und trotzdem was mache. Trotzdem eine Aufgabe habe, gerade mein Studium abschließe, aber eben in meinem Tempo, genau so, wie es gerade ist. Das klappt auch nicht jeden Tag. Das ist Arbeit. Ich denke mir, „ja, wenn es mir an einem Tag gut geht, dann kann ich vielleicht auch wieder ein bisschen schneller und vielleicht ein paar Termine drin haben“. Aber dann kriege ich meistens ganz gut wieder die Retourkutsche. Also der ist immer noch ein bisschen in Lauerstellung, „okay, so nicht. Das haben wir nicht so verabredet, was du gerade machst“. Und jetzt gerade merke ich eigentlich auch, wie ich mich wohl fühle. Ich habe mir jetzt gerade ein Zeitfenster gegeben bis zum Ende meines Studiums im August, September, dass ich versuche mir dieses langsame Tempo zu erlauben und richtig zu sagen: „Nein, das darfst du. Du darfst das jetzt so langsam machen. Und dann schauen wir mal weiter, wie es dir geht.“ Ich glaube, das sickert gerade durch im Kopf. Das tut gut. Ich darf das. Ich darf gesund werden. Ich möchte gesund werden.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.02.2013 geführt.

Franziska Neick ist 25 Jahre alt. Im Alter von 23 Jahren hatte sie einen Bandscheibenvorfall. Um mit der Erkrankung umzugehen, musste sie sich vollkommen neu orientieren. Durch konsequente Stressreduktion, Yoga und regelmäßiges Kieser-Training hat Franziska Neick ihre Schmerzen in den Griff bekommen.

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