Patientenbeitrag

Franziska Neick überlegt nun gut, mit welchen Menschen sie gerne Zeit verbringen möchte und welche Begegnungen ihr unnötig Kraft rauben



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Menschen sind vielleicht noch so ein Faktor. Ich habe mich immer sehr viel um alles und jeden gekümmert und hatte immer ein offenes Ohr. Aber auch gerade muss ich lernen, böse gesagt, auszusortieren, wer mir gut tut und wer mir eigentlich nicht gut tut. Es gibt Menschen, die mich richtig runterziehen mit ihrer Art und Weise. Und gerade wenn das die Familie ist, ist das hart. Da habe ich auch keinen kompletten Schnitt gemacht, aber da lerne ich gerade, dass man das darf. Dass man nicht für jeden da sein muss und sagen kann: „Nein, ich habe jetzt keine Zeit. Ich möchte jetzt nicht.“ Das ist ein wichtiger Schritt, weil das so ein bisschen wie Staubsauger sind, die dir die Energie rausziehen. Wenn ich eine halbe Stunde so ein Gespräch hatte, selbst nur am Telefon, was einem eigentlich nicht gut tut, dann ist danach auch erst einmal richtig der Arbeitstag dahin. Da haben sie mir richtig Energie gestohlen. Und da einfach zu sagen, „nein, das muss ich mir nicht geben“. Und was mir wirklich aufgefallen ist, dass es da wirklich sehr sehr viele gibt, mit denen ich mich nur getroffen hätte, weil es höflich ist. Weil man schon irgendwie befreundet ist oder eine Bekanntschaft hat und dann trifft man sich halt mal wieder auf einen Kaffee. Aber dass es mir mit ganz vielen gar nichts gibt, dass ich mich gar nicht richtig darauf freue – da habe ich angefangen das mal abzuklopfen, wer mir wirklich wichtig ist und wem ich meine Zeit schenken möchte, meine Zeit, meine Aufmerksamkeit und meine Energie. Und da muss man auch sein Selbstbild verändern, dass man nicht mehr everybody‘s darling ist. Da habe ich wieder meinen eigenen Kopf. Ich muss nicht alles machen.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.02.2013 geführt.

Franziska Neick ist 25 Jahre alt. Im Alter von 23 Jahren hatte sie einen Bandscheibenvorfall. Um mit der Erkrankung umzugehen, musste sie sich vollkommen neu orientieren. Durch konsequente Stressreduktion, Yoga und regelmäßiges Kieser-Training hat Franziska Neick ihre Schmerzen in den Griff bekommen.

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