Patientenbeitrag

Heute reagiert Karl Theodor von Herges schon frühzeitig auf die Warnsignale seines Körpers und weiß besser mit Schmerzen umzugehen



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Wir werden alle älter, aber keiner macht sich Gedanken, was ist im Alter? Wenn ich dann überlege, ich wäre völlig gesund. Ich würde nichts tun. Nur das Nötigste für meinen Körper. Was mache ich also? Ich betreibe Raubbau, ganz klar. So lange, bis der Körper reagiert, bis er sich meldet. Das weiß ich heute besser. Ich versuche dem entgegenzuwirken so gut es geht. Das musste ich aber lernen. Es kann auch passieren, wenn ich gestresst bin, dann habe ich automatisch im Schulterbereich, im Nackenbereich eine Anspannung, die dann Schmerzen verursacht. Manchmal gelingt es mir nicht, das frühzeitig zu erkennen. Dann brauche ich auch eine längere Ruhephase, also das Nichtstun. Aber andererseits, wenn ich merke, dass ich irgendwie in so einen Prozess reinkomme und tatsächlich die Chance habe, dazusitzen, mich zu entspannen und da schonmal entgegenzuwirken, dass es nicht ganz so schlimm wird. Das funktioniert aber auch nicht immer. Wenn ich es an einer Skala festmachen würde, habe ich Phasen der Schmerzlosigkeit, keine Schmerzen. Ich habe Schmerzempfindungen nach wie vor im LWS-, BWS-, Schulterbereich, die dann aber auch gezielt von mir dargestellt werden können. Ich glaube, ich habe das im Griff. Weil ich sie erfühlen kann. Ich weiß, wo sie sind. Ich weiß dann auch, wie ich dagegen wirken kann, auch ohne Medikamente. Ich gönne mir dann einfach Ruhe. Ich gönne mir eine Auszeit. Gut, wenn es gar nicht geht, dann kann es auch mal sein, dass ich ein Medikament wieder nehme, keine Frage. Es kommt auch schon einmal oder zweimal im Jahr vor, da muss ich tatsächlich zum Schmerztherapeut. Dann ist es wieder so schlimm. Noch nicht einmal aus der Situation heraus, weil ich etwas getan habe. Nein, das ist einfach wie angeflogen. Dann kann ich mich nicht bewegen, weiß der Gott warum, ich weiß es nicht. Aber insgesamt habe ich das im Griff. Und ich hatte eingangs gesagt: Ich werde älter; es kommen Dinge dazu, die ich vorher nicht kannte. Da muss ich einfach mit umgehen lernen.

Karl Theodor von Herges
Das Interview wurde am 12.06.2012 geführt.

Karl Theodor von Herges ist 49 Jahre alt. Mit Anfang 30 hatte er einen ersten Bandscheibenvorfall, auf den in den kommenden 15 Jahren zwei weitere folgten. Mit den chronischen Schmerzen entwickelte sich bei Karl Theodor von Herges eine lang anhaltende Depression, die er erst vor etwa acht Jahren in den Griff bekam. Dazu beigetragen haben eine Psycho- und Gestalttherapie, eine Selbsthilfegruppe mit anderen Schmerzpatienten sowie regelmäßiger Kraftsport und Tai-Chi. Infolge seiner chronischen Schmerzen wurde Karl Theodor von Herges vor 13 Jahren frühberentet.

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