Patientenbeitrag

Um die akute Phase der Erkrankung zu überwinden, suchte Franziska Neick sich zusätzlich psychologische Hilfe



War der Beitrag hilfreich?
Text ein- und ausblenden

Und gerade das Körperliche ist wirklich machbar mit Kieser. Wenn man dort wirklich dran bleibt, dann kann man das halten. Also man kann einen Bandscheibenvorfall mit den Muskeln halten, wenn man die aufbaut und etwas macht. Das Physiologische, denke ich inzwischen wirklich, das ist wieder aufbaubar. Es wird nicht alles gehen, aber es ist ein normales Leben damit möglich, wenn man sich da reinkniet und daran glaubt. Aber das Psychologische ist die schwierigere Variante, da muss man erst einmal ran. Die ersten Monate der Rückenschmerzen wusste ich ja schon, dass ich eigentlich kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Das war mir die ganze Zeit klar. Da habe ich auch mit meinem Freund drüber gesprochen, der hat auch die ganze Zeit gesagt, „Na, wie lange wollen wir noch?“ Also ich habe nur noch geheult. Ich habe eigentlich nur noch darauf gewartet, dass es endlich passiert, dass ich endlich aufgeben kann. Dass ich endlich zeigen kann, „Hier, ich kann wirklich nicht mehr. Jetzt helft mir bitte.“ Und dass ich es nicht ganz bis zum Exzess getrieben habe, war ganz gut. Aber bis fast davor. Und ich sage mal so, dafür habe ich eine ganz gute Sensibilität, dass psychische Probleme in dem Sinne auch nichts Schlimmes sind. Da das gerade gehäuft in meiner Familie aufgetreten ist, hat man dafür eine ganz gute Akzeptanz entwickelt. Es ist eine Krankheit wie jede andre. Und was da alles so rausgekommen ist in dem Jahr von der Psychotherapie, das war unerwartet. Sodass ich jetzt auch wirklich starke Medikamente nehmen muss. Das wusste ich alles so nicht. Ich dachte, dass das mit ein bisschen Verhaltenstherapie abgegessen ist. Und dass dann wirklich auch eine depressive Phase kam, war auch nicht so geplant, weil das war richtig heftig.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 13.02.2013 geführt.

Franziska Neick ist 25 Jahre alt. Im Alter von 23 Jahren hatte sie einen Bandscheibenvorfall. Um mit der Erkrankung umzugehen, musste sie sich vollkommen neu orientieren. Durch konsequente Stressreduktion, Yoga und regelmäßiges Kieser-Training hat Franziska Neick ihre Schmerzen in den Griff bekommen.

Alle Beiträge von Franziska Neick

Schlagworte:

Neuen Kommentar verfassen






* Pflichtangaben