Patientenbeitrag

Heute gönnt sich Judith Goetz abends Erholung, auch wenn sie ihr Arbeitspensum tagsüber nicht erfüllt hat


Früher habe ich viel mehr gearbeitet – viel angestrengter, viel verbissener und auch immer bis spät abends. Wenn mein Kind im Bett war, habe ich mich von halb 9 bis halb 12 hingesetzt, geschrieben, gelesen und gearbeitet, um das rauszuholen, wo ich das Gefühl hatte, dass ich das am Tag aus zeitlichen Gründen nicht schaffen konnte. So etwas mache ich heute nur noch selten, sondern ich sage: „Okay, jetzt ist der Tag eigentlich schon vorbei und jetzt kommt die Phase, wo ich mich ein bisschen erholen muss.“ Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass ich diese Erholungsphasen brauche und nicht einfach übergehen kann. Wenn ich die zu viel übergehe, spielt das mit eine Rolle dafür, dass so eine Halswirbelblockade wieder eintritt. Das bedeutet auch zum Beispiel, dass ich zu Hause bleibe, wenn ich wirklich krank bin, und nicht Arbeiten gehe. Das ist auch etwas, was ich früher nie gemacht hätte. Und das ist immer noch schwierig. Denn diese Disziplin, die ich habe, Sport zu machen und das immer durchzuziehen, so bin ich ja auch sonst. Also wenn ich eine Arbeit mache, dann will ich die auch diszipliniert und sehr gut machen. Und dann hadere ich da schon immer sehr, ob ich etwas liegen lassen kann. Zum Beispiel war mein Kind jetzt eine Woche krank, also gar nicht mal ich selbst. Das ist schon schwierig gewesen, die ganze Woche zu Hause zu bleiben. Aber ich kann das immer besser. Das ist vielleicht nicht so positiv für den Arbeitgeber. Aber ich weiß eben, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man das immer übergeht und meint, man kann es noch irgendwie reißen. Das ist totaler Quatsch. Das habe ich gelernt.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 30.01.2013 geführt.

Judith Goetz ist 41 Jahre alt. Vor beinahe 10 Jahren hatte sie zum ersten Mal eine Blockade in der Halswirbelsäule. Seitdem achtet sie darauf, regelmäßig Sport zu treiben. Sie geht jede Woche Joggen, macht Rückenübungen zuhause und treibt Pilates in einem Kurs. Um schmerzhafte Verspannungen im Nackenbereich zu vermeiden, versucht Judith Goetz, sich nicht zu überarbeiten und durch Atemtechniken in anstrengenden Situationen entspannt zu bleiben. Vor einem Jahr hatte Judith Goetz erneut eine Halswirbelblockade, die sie jedoch nicht von ihrem aktiven Lebensstil abbringen konnte.

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