Patientenbeitrag

Für Situationen, in denen Andreas Hempler seinen Rücken doch mal überlastet hat, hat er ein Notfall-Programm für zuhause



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Und vor allen Dingen, was man in meinem Beruf viel hat, ist Bücken und solche Sachen. Dass man sich nicht so bückt, dass man sich nach vorne streckt, sondern dass man sich aus der Hüfte bückt. Das klappt meistens auch, dass man so etwas einhält, wenn man das bewusst macht, aber wenn das ganz schnell gehen muss wie zum Beispiel heute: Ein Bewohner war sturzgefährdet, dann macht man zwei Schritte und dann denkt man nicht daran, dass der 90kilo wiegt. Erst hinterher wieder. Da hat man ja schon ein paar Strategien um Verletzungen und Überanstrengungen zu vermeiden, aber man denkt halt nicht immer daran. Die sind zwar praktisch in die Alltagsroutine der Bewegungsabläufe eingegangen, aber nicht vollständig. Also in Notsituationen wie zum Beispiel heute dieser drohende Sturz, da verhält man sich trotzdem noch, als hätte man nie im Leben irgendwie mal was von Rückengymnastik gehört. Heute habe ich mich wahrscheinlich verhoben oder verrenkt oder beides. Und ich merke jetzt, wie die Schmerzen kommen. Also ich merke, die Finger kribbeln schon und der Oberschenkel kribbelt schon und in zwei, drei Stunden wird das akut werden. Und zum Beispiel habe ich jetzt angefangen [dagegen was zu tun]: Ich bin jetzt zu Fuß gekommen vom Bahnhof, das ist ja schonmal sehr gut, da werden die Muskeln vielleicht nicht so schnell versteifen wie ich das befürchte. Und heute Abend nach einer heißen Dusche – ich dusche dann heiß/kalt – werde ich versuchen, bevor ich ins Bett gehe, noch ein paar Streckübungen zu machen, also den Rücken zu strecken. Mit den Armen hinter dem Nacken, dass man versucht den Rumpf zu Strecken, wenn das dann noch geht. Das kostet sehr viel Überwindung. Man möchte sich am liebsten ins Bett legen, Wärmflasche ein bisschen weinen, aber … Das kostet einen schon Überwindung. Also das geht fast immer ohne Medikamente, wenn man rechtzeitig eingreift. Also zum Beispiel heute, bei so kleinen Verletzungen, wenn ich jetzt sagen würde, „nein, heute mache ich nichts“, dann kann es sein, dass ich nächste Woche zum Arzt müsste. Also muss man schon rechtzeitig eingreifen.

Andreas Hempler
Das Interview wurde am 05.06.2013 geführt.

Andreas Hempler ist 51 Jahre alt. In den letzten 25 Jahren hatte er mehrfach starke Ischialgie-Vorfälle. Anstelle von Medikamenten geht Andreas Hempler mit Rückenübungen und progressiver Muskelrelaxation gegen die Schmerzen an. Außerdem versucht er, insgesamt mehr Bewegung und Stressausgleich in sein Leben zu integrieren.

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