Patientenbeitrag

André Michels berichtet, wie er rückengerecht aufsteht und hebt



War der Beitrag hilfreich?
Text ein- und ausblenden

Also schon am Morgen das Aufstehen aus dem Bett machen sehr viele Leute falsch, wurde mir erst bei der Krankheit gesagt, dass man nicht so wie ein Klappmesser aufstehen soll, sondern dass man den Rücken am besten schonen soll, gerade am Morgen wenn der noch kalt ist.
Früher stand ich irgendwie auf wie es mir gerade passte, heute drehe ich mich auf die Seite, gehe über die Seite auf, dass ich den Rücken nicht zu stark belaste, dass ich vielleicht noch ein bisschen mit den Händen nachhelfe. Obwohl ich eigentlich keine Beschwerden habe, schaue ich dass ich gesund aufstehe. Dann gehe ich in die Küche, vielleicht räume ich den Waschspüler aus und auch da ist schon wieder was, wo ich mich ganz anders hinknie als ich das vorhin gemacht hab. Also vorher habe ich einfach so den Rücken gebeugt und heute lege ich ein Knie auf den Boden, räume das Zeug in meine Hand, stehe mit geradem Rücken auf und räume das Ganze dann ins in den Schaft rein. Von demher geht es da eigentlich weiter und so geht es den ganzen Tag wenn mir was zu Boden fällt, bücke ich mich nicht irgendwie, sondern ich bücke mich gesund, also dass der Rücken nicht darunter leidet. Nicht nur bei hohen Gewichten, die man mit geradem Rücken heben soll, sondern auch bei kleinen Gewichten.
Wenn es tief unten ist, schaue ich, dass ich wirklich auf den Fußflächen stehe und ich in die Knie gehe und kann heute diese Position auch viel länger halten als früher, weil ich es halt jetzt gewöhnt bin und da gibt es ja, eigentlich den ganzen Tag schaue ich wie ich mich bewege. Ich denke, das ist auch das Schwerste, dass man das automatisiert, also dass man versucht immer richtig zu heben oder sich immer richtig zu bücken, weil wenn man das bewusst macht, ist das kein Problem. Aber unterbewusst, bis man das so reinbringt, dass man unterbewusst, es fällt einem Schlüssel zu Boden, dass man nicht einfach mit dem krummen Rücken nach unten geht und den aufhebt, das ist eigentlich der wichtigste Schritt denke ich mal, dass man diese Prozesse automatisiert, also eigentlich nochmals lernt wie stehe auf aus dem Bett, wie steige ich ins Auto ein, wie hebe ich etwas auf, wie räume ich den Spüler aus, wie mache ich irgendetwas vielleicht am Rad vom Auto oder so, wenn ich mich runter bücken muss. Oder irgendwie in eine im Garten, das Unkraut wegnehmen – wie mache ich das? Das sind eigentlich die Sachen, die man einfach, diese Bewegungsprozesse die man optimiert und automatisiert, dass sie richtig sind. Was man nur mit sehr viel immer wieder dran denken schafft. Und plötzlich geht es von alleine.

André Michels
Das Interview wurde am 22.07.2011 geführt.

André Michels ist 30 Jahre alt. Mit 25 Jahren bekam er Rückenprobleme und erlitt einen Bandscheibenvorfall, der operiert wurde. Seither absolviert André Michels wöchentlich ein gezieltes Rückentraining, achtet auf eine rückengerechte Haltung im Alltag und fühlt sich heute deutlich fitter als vor dem Bandscheibenvorfall.

Alle Beiträge von André Michels

Schlagworte:

Neuen Kommentar verfassen






* Pflichtangaben