Patientenbeitrag

Um aus dem Teufelskreis von Schmerzen und Depression heraus zu kommen, hat sich Beatrice Arendt nicht gescheut, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen


Ich suche mir das was mir gut tut. Und mir hat in diesem Falle der Verhaltenstherapeut unheimlich gut getan. Also ich habe sehr viel lernen können. Das ist unheimlich wichtig, offen zu sein und auch offen das anzusprechen, welche Erkrankung ich habe. Es ist gesellschaftlich anerkannt, dass ich einen Arm gebrochen habe, weil ich es von außen sehen kann. Es ist gesellschaftlich nicht immer unbedingt anerkannt, wenn ich Nervenschmerzen aufgrund von Bandscheibenvorfällen habe, weil ich das nicht sehen kann. Auch darüber muss ich mich hinweg setzen. Ich muss für mich das Beste daraus machen und wenn ich das dann geschafft habe, werde ich ganz schnell erkennen, wenn ich dann in solchen ambulanten Therapieeinrichtungen vor Ort bin, dass ich sehr viele Menschen habe, die unter dem Gleichem leiden wie ich. Weil Rückenproblematik in Verbindung mit starken Schmerzen und in Verbindung mit Depressionen heute sehr weit verbreitet sind. Es kommt nur darauf an, dass wir untereinander wesentlich mehr darüber sprechen. Und uns auch deswegen nicht schämen müssen. Das ist das schlimmste was ich machen kann, wenn ich über meine Erkrankung nicht spreche, mit Gleichgesinnten, mit meinem Arzt, mit meinem Verhaltenstherapeuten, dann komme ich auch nicht in die nächsten Schritte rein, die für mich wichtig sind. Und ich möchte ja eigentlich aus dieser Tretmühle raus. Ich möchte aus diesem Teufelskreis raus. Bloß dazu muss ich selber auch etwas beitragen, damit es auch passieren kann. Ich habe rund herum genug Fachpersonal was mir helfen kann. Aber ich muss selber auch etwas dafür tun.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 19.02.2011 geführt.

Beatrice Arendt ist 55 Jahre alt. Mit etwa 40 Jahren erlitt sie einen Bandscheibenvorfall. Die anhaltenden Schmerzen und eine belastende berufliche Situation bedingten bei ihr eine Depression. Mit der Kombination von gezieltem Rückensport, Therapie und bewusster Entspannung ist es Beatrice Arendt gelungen, ein großes Stück ihrer Lebensqualität zurückzugewinnen.

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