Patientenbeitrag

Ihre Gesundheit nimmt Simone Mehring selbst in die Hand, eine Operation ist für sie die letzte Option



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Das Eine ist die Gewissheit, dass, wenn ich es nicht mache, dass es sich auf jeden Fall deutlich verschlechtern wird, was ich nicht will. Aber das ist eigentlich nicht die Hauptmotivation. Ich finde, man kann Menschen nicht mit Angst vor etwas motivieren, das geht nicht. Das führt nur dazu, dass man irgendeine Ausweichstrategie fährt und sich in irgendwas anderes flüchtet und verdrängt. Ich setzte mir erreichbare Ziele und ich weiß mittlerweile, dass die erreichbar sind, das heißt, ich kann im Prinzip den Erfolg schon im Kopf vorwegnehmen. Kann auch sagen, „wenn ich dieses mache, dann wird das funktionieren, weil das letzte Mal hat das auch schon funktioniert“, dann kann man sich drauf freuen. Das Zweite ist, dass ich einfach sehr bewusst genieße, wenn etwas geht von dem ich weiß, dass es nur deswegen geht, weil ich diese Übungen mache. Beispiel: ich schwimme auch jetzt noch, wenn ich die Zeit hab, zwei Kilometer am Stück im Hallenbad „mh Wahnsinn“ und eine Zeit lang war das mit der Hüfte so, dass ich keine 50 Meter mehr schwimmen konnte, weil sich während des Schwimmens das Bein so verkrampft hat, ich kriegte – also ich kann nur brustschwimmen – ich kriegte diesen Schlag nicht mehr hin. Und wenn ich jetzt im Schwimmbad bin und ich kann das genießen und ich schwimme schnell, dann ist das so schön und so angenehm und ich kann mich selber loben und mir auf die Schulter klopfen und sagen, „ja das kannst du nur deswegen, weil du dich drum gekümmert hast und sonst nicht“. Ich habe einen Kollegen beim Fahrradverein, der mittlerweile schon humpelt, weil er solche Hüftprobleme hat, dass er sich gar nicht mehr bewegen kann und der sagt einfach, „ja ich muss in drei Jahren unter das Messer und dann wird wohl eine Hüftoperation das Ganze…“ und das hat mich entsetzt, weil woher weiß er denn, dass die OP ihm hilft? Es kann schlimmer werden, es kann Folgeprobleme haben, da kann was schief gehen, kann natürlich auch funktionieren, aber das Risiko wäre mir viel zu hoch und warum soll ich denn einen Chirurg bemühen, wenn ich es selber hinkriege? Also ich wüsste nicht warum. Für mich sind Ärzte immer noch im Prinzip Notfallmediziner und alles andere muss ich selber hinkriegen. Irgendwie. Oder wenn ich irgendwas nicht weiß, dann muss ich zum Arzt laufen und sagen „du hier irgendwas funktioniert hier nicht, erklär mir mal und geb mir mal“. Also was weiß ich, wenn ich eine Bronchitis habe, die so gar nicht aufhören will, dann brauche ich medizinische Unterstützung ganz klar, aber alles andere da bin ich für zuständig und keiner sonst. Es hat ja auch keiner die schönen Gefühle für mich, die will ich ja auch selber behalten.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 20.02.2011 geführt.

Simone Mehring ist 46 Jahre alt. Mit Anfang 40 bekam sie heftige Rückenschmerzen, woraufhin sie ihr regelmäßiges Lauftraining deutlich einschränken musste. Durch ihre intensive Ursachensuche und einen aktiven Lebensstil mit Gymnastik, gezielten Dehnübungen und ausgewogener Ernährung hat sie heute kaum noch Rückenschmerzen.

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