Patientenbeitrag

Zwar fällt es Christine Wagner manchmal schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden, aber letztendlich weiß sie, dass sie es für sich tut



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Es ist wirklich nicht so einfach, weil sie sich immer wieder motivieren müssen. Ja, irgendwie, sodass sie das dann auch echt machen. Es macht nämlich nicht immer Spaß. Also finde ich jetzt. Mir macht es nicht immer Spaß, aber ich weiß letztendlich tut es mir gut. Es wäre echt übertrieben zu sagen, „Ach ja, es macht solch einen Spaß die Übungen zu machen.“ Ich finde sie manchmal tierisch anstrengend. Für mich ist es einfach nur so, okay, ich habe die Grundeinstellung, dass ich für mich eine gewisse Lebensqualität haben möchte und die soll körperlich, sowie auch geistig sein. Ja und das heißt, ich muss bei mir selber irgendwo anfangen. Ich muss es machen. Ich kann niemanden dafür verantwortlich machen, sondern ich muss es machen. Ich zahle dafür auch gar kein Geld, sondern ich mache es ja selber. Ja, ich gehe jetzt nicht in irgendwelche Kurse. Gut, am Anfang vielleicht mal, um es mir beibringen zu lassen und dann mache ich es aber selber weiter. Ja und Disziplin und Überwindung hört sich alles schrecklich an, aber letztendlich ist es so, ich muss eine gewisse Disziplin aufbringen, ja, ich muss eine gewisse Überwindung aufbringen um das auch durchzuziehen und mich selber zu motivieren. Gut, vielleicht kann ich mich dann im Kleinen belohnen. Am Anfang, wenn ich meine, ja, jetzt habe ich das geschafft und jetzt bekomme ich eine kleine Belohnung. Was weiß ich, das kann ja jeder für sich entscheiden, was er da macht. Ja, aber für mich ist die Belohnung eigentlich schon, oder jetzt im Laufe der Jahre, weil ich es ja nun wirklich schon Jahre lang mache, dass ich einfach meine eigene Entwicklung sehe. Und sehe, damals stand ich da und heute steh ich hier und das ist ein enormer Unterschied und das ist für mich meine Belohnung. Ja, nur das dauert Jahre, das dauert echt Jahre und da brauche ich auch eine gewisse Geduld mit mir. Denn es geht ja immer wieder auch mal runter. Sie haben ja immer wieder Phasen „Gott nee, regt mich das alles auf“. Ja, wo sie irgendwie keinen Bock mehr haben. Ja und da, ich weiß gar nicht, wie genau ich das mache. Ich mache mir jetzt keine Vorstellungen, wo ich irgendwo stehe oder so, sondern ich denke mir einfach, ich weiß dass es mir letztendlich gut tut. Und letztendlich steht für mich meine eigene innere Weiterentwicklung, wie soll man das sagen, man kann es auch schön ausdrücken, Veredelung, irgendwo im Vordergrund. Ja, das ist das, ich möchte nicht so bleiben, wie ich mal war, sondern ich möchte mich entwickeln. Deswegen bin ich hier. Ich möchte mich entwickeln und ich möchte mich positiv entwickeln. Da hat ja jeder so seine Vorstellungen, was für ihn positiv ist und da will ich so ein bisschen hinkommen. Und auf dem Weg befinde ich mich und dafür tue ich was, dafür kann ich niemand anders verantwortlich machen.

Christine Wagner
Das Interview wurde am 10.02.2011 geführt.

Christine Wagner ist 51 Jahre alt. Aufgrund starker Rückenschmerzen wurde bei ihr vor 10 Jahren (irrtümlich) Morbus Bechterew diagnostiziert. In intensiver Auseinandersetzung mit dieser Krankheit hat Christine Wagner ihr Verhalten und ihre Einstellungen überdacht und verändert. Durch regelmäßige Bewegung, gezielte Übungen und einen anderen Umgang mit Stress ist sie mittlerweile schmerzfrei.

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