Patientenbeitrag

Als Christine Wagner irrtümlich Morbus Bechterew diagnostiziert wurde, nahm sie dies zum Anlass, ihr Leben zu überdenken



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Bei Morbus Bechterew steht man ja irgendwann mal wirklich schräg. Und da habe ich mich dann immer gefragt, warum kann ich nicht gerade stehen? Ja, im wahrsten Sinne des Wortes, warum fehlt mir da irgendwas? Warum kann ich nicht gerade stehen? Und noch viel mehr Fragen habe ich mir gestellt. Und anhand dieser Fragen habe ich mich natürlich entsprechend selber durch die Mangel genommen oder in die Mangel genommen, muss ich sagen. Ja und habe dann auch für mich die Fragen beantwortet und dann schon allein vom Verhalten und von den Einstellungen her mein Leben in der Hinsicht verändert. Also das Erste, was ich gemacht habe, war, dass ich sofort Yogakurse genommen habe. Also, dass ich sofort was für den Rücken tue. Gut, regelmäßig gejoggt bin ich damals schon. Das habe ich damals schon gemacht. Aber dann war ich bei einer Frauengruppe. Das habe ich in der damaligen Zeit gemacht und habe mir immer vorgestellt, dass ich gerade laufe. Dass ich gerade bin und dass ich vor allen Dingen gerade stehe. Für mich ist das so, der Rücken ist das Rückgrat des Menschen. Ja, also, dass ich auch ein gewisses Rückgrat zeige. Mir ist damals aufgefallen, dass ich nicht zu meinen Werten stehe. Ja, dass ich mich irgendwie von anderen Leuten immer wieder beeinflussen lasse, mich an die Wand drücken lasse und nicht wirklich zu dem stehe, was ich im Prinzip schon als Kind, Mädchen, Teenie für Werte hatte. Und das ist mir damals richtig aufgefallen und ich habe dann gedacht, okay, gut, das ist vom Geistigen, Mentalen her mal ein Ansatzpunkt, dass ich jetzt einfach zu diesen Werten auch stehe. Ja, schon innerhalb der Familie fing das an, dass ich dann natürlich gewisse Sachen auch nicht mehr gemacht habe oder länger diskutiert habe.
Dann bin ich 2004 auf Grund von dem Rücken damals in Kur gegangen. Und da hat man eigentlich ganz klar gesagt, dass ich es nicht habe. Da wurde dann eigentlich festgestellt, dass ich dann auch schon zu alt war. Ich war ja da schon 45 und dann hat man mir gesagt, also mit 45 kriegt man das nicht mehr. Also gut, die Diagnose war natürlich mit 42 oder mit 41, aber trotzdem, die haben dann nichts weiter festgestellt. Also war für mich der Fall dann auch erledigt. Ja, muss ich sagen. Also das war diese Morbus-Bechterew-Geschichte mit dem Rücken und es ging dann aber noch weiter.
Da hatte ich nochmal so ein, Lumbago nennt sich das glaube ich. Das war so, da konnte ich mich überhaupt nicht mehr rühren. Das war so was von heftig, ich konnte mich nicht mehr rühren. Ich bin im Rollstuhl durch die Gegend gefahren worden. Das war sehr schmerzhaft, muss ich sagen. Das war so eine kurzzeitige Attacke, die mich dann wieder daran erinnert hat an den an den Sachen, die ich mir irgendwann mal vorgenommen habe dran zu bleiben und das einfach weiter umzusetzen. Yoga hab ich zu dem Zeitpunkt glaube ich, nicht mehr so gemacht.

Christine Wagner
Das Interview wurde am 10.02.2011 geführt.

Christine Wagner ist 51 Jahre alt. Aufgrund starker Rückenschmerzen wurde bei ihr vor 10 Jahren (irrtümlich) Morbus Bechterew diagnostiziert. In intensiver Auseinandersetzung mit dieser Krankheit hat Christine Wagner ihr Verhalten und ihre Einstellungen überdacht und verändert. Durch regelmäßige Bewegung, gezielte Übungen und einen anderen Umgang mit Stress ist sie mittlerweile schmerzfrei.

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