Patientenbeitrag

Wenn Christine Wagner in Selbstmitleid verfällt, versucht sie sich nicht darin zu verlieren



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Also manchmal bedauere ich mich dann. Dann falle ich richtig in so ein absolutes Selbstmitleidsloch. Es kann drei Tage dauern und dann sage ich mir, jetzt ist aber gut. Jetzt ist Schluss. Länger als drei Tage dauert dieses Selbstmitleidloch nicht. Ja und dann fange ich wieder an. Ja, dann sehe ich irgendeinen Spruch, hier hab ich mir jetzt auch einen hingehängt, in die Küche, kann ich Ihnen nachher ja mal zeigen. Da war ich nämlich auch in so einer Stimmung, da habe ich auch gedacht, es geht immer alles so schwer und immer musst du was tun, immer und immer musst du was arbeiten. Furchtbar, ja, kann es denn nicht mal ein bisschen leichter gehen? Das wäre doch echt mal schön.
Ja, manchmal, da bin ich einfach in der Stimmung und dann lasse ich das auch. Und mittlerweile ist der Vorteil des Alters, dass man einfach sagt, ja okay, du weißt ganz genau, du kommst da auch wieder raus. Es ist jetzt nicht so, dass man sich da drin verliert. Sondern dann passiert irgendwas oder dann kommt die Tochter und dann geht man Kaffee trinken. Oder dann ist die Sonne da oder irgendetwas und dann ist es wieder weg. Also ich verliere mich da nicht lang drin. Aber es gibt es, das muss ich gestehen.

Christine Wagner
Das Interview wurde am 10.02.2011 geführt.

Christine Wagner ist 51 Jahre alt. Aufgrund starker Rückenschmerzen wurde bei ihr vor 10 Jahren (irrtümlich) Morbus Bechterew diagnostiziert. In intensiver Auseinandersetzung mit dieser Krankheit hat Christine Wagner ihr Verhalten und ihre Einstellungen überdacht und verändert. Durch regelmäßige Bewegung, gezielte Übungen und einen anderen Umgang mit Stress ist sie mittlerweile schmerzfrei.

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