Patientenbeitrag

„Stopp!“ – Bei zu viel Stress sucht André Michels bewusst eine Auszeit, um Gedanken zu ordnen und sich ein wenig zu bewegen.



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Also der Sport ist hier ein gutes Mittel, um das eben zu lösen. Wenn ich es eben noch im Kopf habe, kann ich auch dann mal ins Training gehen und dann ist es aus dem Kopf. Und sonst, ja, man muss sich einfach mal manchmal bisschen sagen wenn man, ja, auf 180 ist „Stopp jetzt, Ende!“ und jetzt gehe ich in den Wald, manchmal auch während der Arbeit, ich lasse mich jetzt nicht stressen. Aber es ist halt immer so, man kommt immer wieder in die gleichen Routinen rein und dass man sich dann sagt „Stopp!“ Es ist nicht einfach, aber wenn man vielleicht mal zwei Monate liegen muss nach einer Operation und viel Zeit hat zum Nachdenken, denkt man vielleicht manchmal an diese zwei Monate zurück oder an die Angst, die man hatte, dass man vielleicht nicht mehr gehen kann.
Ist klar, meine Kollegen lasse ich nicht im Stich. Wenn wir wirklich Stress haben und symbolisch die Hütte brennt, dann gehe ich nicht raus in den Wald. Aber wenn es nur bei mir Stress ist und eigentlich kein Stress ist, der jetzt was sofort machen muss, sondern einfach viel Arbeit auf einmal, dann gehe ich manchmal vom Platz weg. Aber was ich vielleicht noch sagen kann, früher habe ich geraucht, ich habe dann, vor den Rückenbeschwerden habe ich mit dem Rauchen aufgehört und dann kamen ziemlich schnell die Rückenbeschwerden, was sicher dort auch was ist, früher bin ich halt so alle Stunden mal aufgestanden, ging in die Raucherecke, habe eine Zigarette geraucht, ging wieder zurück an den Platz, hatte also immer ein bisschen Bewegung den Tag durch. Dann plötzlich saß ich vier Stunden am Stück auf dem Stuhl, Mittagessen und dann nochmals vier Stunden. Was ich heute mache, ich gehe auch mit den Rauchern mit, aber ich rauche nicht, ich stehe alle Stunden oder alle zwei Stunden stehe ich auf, gehe mit den Rauchern mit, quatsche ein bisschen und gehe wieder zurück an den Platz, weil die Haltung beim Sitzen verändern, ist wirklich etwas, was gut ist und dort muss man auch wieder erinnert werden und die beste Erinnerung sind Kollegen, die rauchen. Also, ja, ist auch ein Vorteil, auch wenn ich selbst nicht rauche.

André Michels
Das Interview wurde am 22.07.2011 geführt.

André Michels ist 30 Jahre alt. Mit 25 Jahren bekam er Rückenprobleme und erlitt einen Bandscheibenvorfall, der operiert wurde. Seither absolviert André Michels wöchentlich ein gezieltes Rückentraining, achtet auf eine rückengerechte Haltung im Alltag und fühlt sich heute deutlich fitter als vor dem Bandscheibenvorfall.

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