Patientenbeitrag

Durch ein individuelles Zeitmanagement hat Kerstin Riedel für sich den passenden Arbeitsrhythmus gefunden



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Ich hab angefangen im Bereich Consulting mit 28 ungefähr. Und das ist ja so ein Bereich, in dem es bestimmte Spielregeln gibt, was in ist, was man machen muss. Also man muss zum Beispiel eine Frequent-Flyer-Card haben und irgendwie eine tolle Visacard in irgendeiner Farbe und lauter so Schmarn halt. Und eins, was auch dazu gehört, ist dass man immer unter Druck sein muss. Also wenn nachts um drei eine E-Mail kommt, dann muss um Viertel nach drei die Antwort raus gehen, so in der Art. Und das ist so ein bisschen das, was als schick empfunden wird, und das hab ich viele Jahre mitgemacht und fand das auch toll. Also dieses immer wichtig und dauernd Handy und geklingelt und E-Mails und wichtig hier wichtig da und Nächte durchfahren und so. Das hat so eine gewisse Cowboyromantik auch für eine Zeit. Und dann hab ich irgendwann für mich entschieden, dass das so nicht weiter geht und dass das auch irgendwie albern ist, weil man gewinnt ja nichts dadurch, dass man sich selbst so wahnsinnig wichtig fühlt. Ist albern. Und das hab ich dann geändert. Ungefähr 2003 habe ich für mich mein Zeitmanagement geändert. Vorher hab ich alles genommen was kommt, in den Kalender geschrieben, abgearbeitet. Heute nehme ich drei Tage die Woche an und nicht mehr. Stimmt natürlich nicht ganz, es gibt ein paar Wochen, zehn im Jahr, wo ich auch fünf Tage oder vier Tage unterwegs bin. Dazu muss man ja sehen, dass ‘unterwegs’ heißt, 300 400 Kilometer mindestens am Tag, oft auch mal 1000 oder so, das muss man dann ja auch erstmal abfahren. Insofern, drei Tage ist eine gute Menge, das kann man gut leisten, zwei Tage Büro. Das ist total individuell auf mich abgestimmtes Zeitmanagement, damit komm ich super klar. Und das halte ich auch ziemlich klar durch. Ich erlebe schon, dass Leute das auch ganz attraktiv finden und das gerne machen würden, aber nicht wissen wie. Weil natürlich der Benefit, sich ganz wichtig zu fühlen, der fällt halt weg. Wenn ich nachher zwei Stunden mit meinem Gaul herumdölmere, sehe ich halt aus wie der letzte Stalldepp und benehme mich auch so und finde das super. Aber naja, wichtig ist man halt nicht.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 12.03.2011 geführt.

Kerstin Riedel ist 43 Jahre alt. Seit ihrer Jugend hat sie Rückenprobleme und erlitt einen Bandscheibenvorfall. Sie veränderte ihre Lebensweise und hat heute ihre Rückenschmerzen mit viel Bewegung, gezieltem Rückentraining und gesunder Ernährung im Griff.

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