Patientenbeitrag

Beatrice Arendt nimmt sich heute die Freiheit, Situationen zu meiden, die ihr nicht gut tun


Früher habe ich auch immer gedacht, wenn irgendwo so eine Frauengruppe war und die sprachen “Das tut mir nicht gut und jenes tut mir nicht gut”, da habe ich auch gedacht, “Oh je, was haben die denn da für Redensarten?” und da konnte ich mich überhaupt nicht mit anfreunden. Und mittlerweile muss ich sagen, es stimmt. Sie machen es zwar vielleicht auf einem höheren Level, aber ich muss sagen, es stimmt. Alles, was mir nicht gut tut, das muss ich mir nicht antun. Also vermeide ich es. Ich sage Termin ab, weil mir vielleicht der Mensch dermaßen auf den Geist geht, dass ich sage “Nein, tut mir leid, ich habe keine Zeit” oder so. Ich muss ihm ja nicht die Wahrheit sagen. Oder ich versuche mich aus Situationen vorzeitig zu verabschieden. Weil ich merke, die Situation tut mir nicht gut. Das ist wichtig, darauf muss man für sich selber achten.
Ich nehme Distanz auf, das heißt also, ich versuche solche Menschen unbedingt nicht lange um mich zu haben. Oder aber ich versuche solche Situationen zu haben, dass sie nicht bei mir sind, weil ich sie dann ja hinaus komplementieren würde. Um das zu vermeiden ist es mir lieber, dass ich dann diese Menschen besuche und selber die Freiheit habe zu entscheiden, dass ich jetzt gehen kann.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 19.02.2011 geführt.

Beatrice Arendt ist 55 Jahre alt. Mit etwa 40 Jahren erlitt sie einen Bandscheibenvorfall. Die anhaltenden Schmerzen und eine belastende berufliche Situation bedingten bei ihr eine Depression. Mit der Kombination von gezieltem Rückensport, Therapie und bewusster Entspannung ist es Beatrice Arendt gelungen, ein großes Stück ihrer Lebensqualität zurückzugewinnen.

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