Patientenbeitrag

Auch bei Wanderungen achtet Maike Albrecht auf die richtige Belastung und achtet eventuelle Schmerzsignale



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Wandern ist sehr gut, man muss auch da bewusst seinen ganzen Körper einbringen. Das fängt mit den Beinen, mit allem an. Wichtig ist die gute Haltung. Und Ziele setzen – auch wichtig. Nicht nur einfach so durch die Gegend: „Wir schaffen das. Wir gehen heute mal dahin. Wir machen erst mal eine kleinere Kilometerzahl. Wenn es uns gut getan hat oder wenn wir merken, wir könnten noch zwei Kilometer mehr schaffen, dann machen wir das morgen.“ Also klein anfangen und das dann langsam steigern. Und immer wieder dabei empfinden: „Ja, ich tue mir hier was Gutes. Das tut meinem ganzen Körper gut.“ Auch wenn ich dann etwas erschöpft nach Hause komme, ich weiß ja, manchmal fallen Sie ins Bett. Sie können gerade noch duschen, aber das ist ein wohliges Gefühl. Und am nächsten Morgen geht es frisch weiter. Die nächste Station geht los, die nächste Runde.

Das ist auch eine Art der positiven Ablenkung. Aber man darf es eben nicht übertreiben. Es muss noch in einem Maß bleiben, dass es mir immer noch gut tut. Ich möchte abends nicht noch einen zusätzlichen Schmerz empfinden, dass ich dann von Überanstrengung sprechen muss. Aber die Motivation ist: Ich tue mir etwas Gutes, es ist ein Angebot da, und ich nutze es gerne.

Also da bleibe ich immer wieder wach, und werde hinterher sicher sagen können, „das war ein schönes Erlebnis”. Ich kriege geistig etwas geboten und ich tue meinem Körper etwas Gutes. Und ich versuche, die Schmerzen zu verdrängen. Auf dem Fahrrad habe ich keine Schmerzen. Und beim Laufen, da muss ich eben dann reagieren. Aber ich laufe weiter. Man soll sich ja auch bewegen, in den Schmerz hinein, nicht ihn forcieren, sondern man soll sich bewegen gegen den Schmerz, heißt es. Der Professor Grönemeyer, der berühmte Radiologe, hat den Satz geprägt: „Turne bis zur Urne.” Und das finde ich herrlich.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 20.06.2012 geführt.

Maike Albrecht ist 70 Jahre alt. Seit eines Sturzes vor acht Jahren leidet sie aufgrund einer Bandscheibenvorwölbung an chronischen Rückenschmerzen. Vor drei Jahren ließ sich Maike Albrecht deshalb an der Bandscheibe operieren. Maike Albrecht geht regelmäßig wandern, fährt im Alltag stets Rad und macht tägliche Früh-Gymnastik. Außerdem leitet sie eine Senioren-Sportgruppe, in welche sie gezielt Übungen für den Rücken einbaut. Gegen die chronischen Schmerzen hat Maike Albrecht zahlreiche Ablenkungsstragien entwickelt und auch eine Psychotherapie in Anspruch genommen.

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