Patientenbeitrag

Als Dolmetscherin für Privatpersonen war Daria Bostak kurz vor dem Burnout und machte dann einen Cut


Bis Ende 2012 war ich von diesem berühmten Burnout-Syndrom gefährdet. Du fängst an diesen Beruf zu machen und am Anfang geht es ganz langsam. Irgendwann bist du gut dabei und wirst immer bekannter. Und dann auf einmal kommen die Aufträge wie eine Lawine und du weißt nicht, wie du das stoppen kannst. Und gerade mit Privatpersonen ist das so, dass ich manchmal am Wochenende oder spät abends angerufen wurde. Man tauscht die Handynummern aus… du weißt aber nicht, dass diese Handynummer eine Falle ist. Weil dann, irgendwann am Wochenende, geht die Frau in Saturn einkaufen und versteht irgendetwas nicht, was der Verkäufer gerade über dieses Produkt gesagt hat und braucht eine Sprachhilfe. Und das geht mit der Zeit auf die Nerven. Das geht nicht. Du hast auch dein Privatleben. Und bis Ende 2012 ging es immer hoch und runter. Ich habe versucht den Menschen öfters zu erklären: „Passen Sie mal auf. Ich bin nur so viel für Sie da und nicht mehr.“ Trotzdem erwarten Landsleute von dir mehr, als du dir als Beruf vorstellen kannst. Und dann habe ich mir an Weihnachten dieses Jahres gesagt: „Jetzt machst du einen Cut. Jetzt machst du das nicht mehr.“ Deshalb bin ich nicht mehr rangegangen, wenn es geklingelt hat und das nicht der richtige Zeitpunkt war. In den ersten zwei Monaten, Januar und Februar, war es sehr schwer, das so konsequent mit den Leuten auszumachen. Aber irgendwann hat es geklappt, sie rufen nicht mehr an. Die werden sich ein bisschen ärgern oder enttäuscht sein, aber ich brauche auch meine Privatzeit. Ich brauche auch meine Pause, sonst kommt man irgendwann in seinem Privatleben in Schwierigkeiten, indem man immer unter Stress ist und einfach krank wird.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 19.03.2013 geführt.

Daria Bostak ist 43 Jahre alt. Als sie vor 10 Jahren mehrere Sprachkurse machte und entsprechend viel saß, bekam sie erstmals starke Rückenschmerzen. Daraufhin begann sie zunächst im Rahmen einer Rehasportverordnung ihren Rücken zu trainieren. Seitdem die Rehasportverordnung ausgelaufen ist, trainiert Daria Bostak in einem Fitnessstudio. Neben dem regelmäßigen Sport hat bei Daria Bostak ein besserer Umgang mit Stress zu einer Reduktion der Schmerzen geführt: Sie achtet z. B. beim Arbeiten auf regelmäßige Pausen und passt auf, nicht rund um die Uhr zu arbeiten.

Alle Beiträge von Daria Bostak

Schlagworte:

Neuen Kommentar verfassen






* Pflichtangaben