Patientenbeitrag

Um Rückschläge von vornherein zu vermeiden, rät Maike Albrecht, es bei der Bewegung langsam angehen zu lassen



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Ein kleines Picknick einbauen, einen kleinen Rucksack mitnehmen, Wasserflasche nicht vergessen. Man kann auch bis zur Endstelle von irgendeiner Straßenbahn fahren.
Nicht gleich den großen Umfang, weil wenn Sie jetzt von Null auf 100 [gehen], sagen wir mal, Sie haben jetzt noch keinen Sport und gar nichts gemacht in Ihrem Leben und jetzt würden Sie sagen: „Gut, ich nehme mir morgen vor, ich gehe jetzt mit der Wandergruppe mit. Da gibt es eine öffentliche Wanderung, und die wollen 16 Kilometer laufen und da laufe ich mit.” Da könnte ich mir vorstellen, wenn jemand noch nie den Wanderschritt geübt hat und nicht weiß, was 16 Kilometer Wandern bedeutet, dass derjenige nach dem zweiten oder dritten Kilometer aufgibt – oder sich so quält, dass er einen Rückschlag hat. Deshalb lieber kleine Schritte, ausprobieren.

Ich habe auch Rückschläge erlebt. Ich bin eben so ein Typ, der denkt: „Was kostet die Welt? Ich kaufe sie.” Das geht nicht. Da straft Sie der Körper mit neuen oder anderen Schmerzen. Deshalb würde ich empfehlen, langsam ranzugehen und wenn mir das gut tut, ich das Gefühl habe: „Ich kriege einen freien Kopf. Ich laufe ganz anders. Ich habe einen freien Blick und das hat mir gut getan. Da könnte man übermorgen mal noch 500 Meter oder einen Kilometer dranhängen.” Und das so langsam steigern oder es so lassen. Jeden Tag eine viertel Stunde, jeden Tag eine halbe Stunde. Wenn man das durchhält, kann ich nur sagen: Das wäre großartig, wenn das jemand schafft, der es vorher nie gemacht hat.

Es kostet zum Herangehen doch einen starken Willen, dass man bei jedem Wetter [raus geht]. Es kann auch ein Abendspaziergang sein. Ich hab es auch eingebunden – das war so der Anfang, wo ich noch nicht Radfahren durfte – da habe ich mir Ziele gesucht, um einzukaufen, die eben ein bisschen weiter waren. Da gehe ich eben mal zu dieser Kaufhalle oder ich gehe mal zu jener Kaufhalle und versuche, einen Weg zu finden, der nicht an den Straßen ist. Sondern ich versuche einen grünen Weg zu suchen, durch die Gärten oder so.

grüner Mensch streckt Arme in die Luft mit dunkelgrüner Schattierung
Das Interview wurde am 20.06.2012 geführt.

Maike Albrecht ist 70 Jahre alt. Seit eines Sturzes vor acht Jahren leidet sie aufgrund einer Bandscheibenvorwölbung an chronischen Rückenschmerzen. Vor drei Jahren ließ sich Maike Albrecht deshalb an der Bandscheibe operieren. Maike Albrecht geht regelmäßig wandern, fährt im Alltag stets Rad und macht tägliche Früh-Gymnastik. Außerdem leitet sie eine Senioren-Sportgruppe, in welche sie gezielt Übungen für den Rücken einbaut. Gegen die chronischen Schmerzen hat Maike Albrecht zahlreiche Ablenkungsstragien entwickelt und auch eine Psychotherapie in Anspruch genommen.

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