Patientenbeitrag

Marie Bernstein versucht gezielt, Stress durch Sport oder Freizeit auszugleichen, statt ihren Körper auszubeuten



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Ich habe schon gemerkt in Zeiten, in denen ich Sorgen habe oder viel gedanklich mit Dingen beschäftigt bin, die nicht einfach sind, wo ich mich leicht überfordert fühle oder die Dinge wie ein Berg vor mir stehen, dass ich dann schon gucken muss, dass dieser Ausgleich immer wieder da ist. Dass ich da wirklich Ruheinseln habe oder diese Inseln, in denen ich mir bewusst Zeit nehme, mich abgrenze. Aber ich denke, das ist wirklich eine der anspruchsvollsten und schwierigsten Aufgaben im Leben schlechthin. Das ist so ein Balanceakt, den man immer wieder hinkriegen muss Ich sorge dafür, dass ich meinen Ausgleich habe. Also das ist wirklich ein Teil des Programmes, dass ich weiß: „Gut, die und die Zeiten muss ich da ran und dann muss ich da ran. Dann ist aber auch wieder gut. Dann nehme ich mir die Zeit fürs Fitnessstudio oder für meine sonstigen Freuden.“ Also ich schütze die Ausgleichszeiten schon sehr bewusst. Ich sorge dann einfach dafür. Und wenn was mal nicht klappt, weil nicht alles steuerbar und kontrollierbar ist, dann bin ich auch sehr verdrossen. Das stelle ich dann auch so schnell es geht auch wieder ab. Ich habe als junge Frau dieses Gefühl gehabt – also das klingt jetzt ein bisschen blöd, aber – wenn man nicht irgendwo eine psychosomatisches Stressleiden hat, dann bemüht man sich nicht genügend, dann ist man ein hedonistisches Schwein. Dass ich das abgelehnt habe, dieses Selbstverständnis „Natürlich muss man leiden, das gehört zum Leben dazu. Das muss man dann akzeptieren“ und da verstanden habe: Man muss überhaupt nicht leiden und man muss es nicht akzeptieren. Sondern man kann sich auf eine Art und Weise ändern, die Freiräume entwickelt und nicht Leiden etabliert.

Marie Bernstein
Das Interview wurde am 21.04.2013 geführt.

Marie Bernstein ist 63 Jahre alt. Mit 30 Jahren bekam sie erstmals Rückenschmerzen, die sie zunächst mit Schmerzmitteln und Entlastungsübungen in Schach hielt. Etwa 10 Jahre darauf bekam sie aber erneut starke Schmerzen und Lähmungserscheinungen – ein Bandscheibenvorfall wurde diagnostiziert. Daraufhin befasste sich Marie Bernstein eingehender mit ihrem Körper: Sie ließ sich in Alexander-Technik schulen, geht seitdem regelmäßig ins Fitnessstudio und fährt im Alltag viel Rad. Außerdem hat Marie Bernstein gute Erfahrungen mit Qigong gemacht und meditiert täglich.

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