Methodisches Vorgehen

Vorbereitung und Durchführung des Interviews

Ein erster Schritt der Auseinandersetzung mit der Forschungsthematik bestand in einem intensiven Literaturstudium zur Sekundärprävention bei Koronarer Herzkrankheit und Dorsopathien (Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens). Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den individuell beeinflussbaren Risikofaktoren sowie verschiedenen Modellen der Verhaltensänderung.

Aus aktuellen Erkenntnissen über eine gesundheitsförderliche Lebensstilmodifikation, welche sowohl Änderungen im Gesundheitsverhalten als auch hinsichtlich gesundheitsbezogener Werte und Einstellungen umfasst, wurde ein Leitfaden für die qualitativen Interviews entwickelt.

Über verschiedene Zugangswege (Medieninserate, direkte Ansprache oder „Mund-zu-Mund-Propaganda“) wurden die potenziellen Interviewpartner und -partnerinnen erreicht. Teilnehmen konnten Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen mit Koronarer Herzkrankheit und chronischen Rückenbeschwerden, die nach ihrer Selbsteinschätzung einen oder mehrere Bereiche ihrer Lebensführung seit mindestens einem halben Jahr gesundheitsförderlich umgestellt haben.

Nach Erhalt eines ausführlichen Informationsschreibens über das Forschungsvorhaben und erfolgter schriftlicher Zustimmung zur Interviewdurchführung wurden deutschlandweit die Gespräche bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Hause oder an einem anderen geeigneten Ort durchgeführt und entsprechend der Wünsche der Befragten per Video oder Ton aufgezeichnet.

 

Aufbereitung und Auswertung der Interviewaufzeichnungen

Im weiteren Vorgehen wurden die Interviewaufzeichnungen wortwörtlich abgeschrieben und anonymisiert, mit Hilfe einer computergestützten Textanalyse wissenschaftlich ausgewertet und für die Bereitstellung auf dem Internetportal aufbereitet. Die Interviewteilnehmerinnen und –teilnehmer erhielten Einsicht in die für die Präsentation ausgewählten Gesprächspassagen und entschieden dann über eine Veröffentlichung der Ausschnitte auf dieser Internetplattform. Zudem wurden die ausgewählten Beiträge im Rahmen der Qualitätssicherung von Fachärztinnen und -ärzten in einem Reviewprozess hinsichtlich ihrer medizinischen Unbedenklichkeit geprüft.

 

Freiwilligkeit und Datenschutz

Die Teilnahme an der Studie war freiwillig, eine (Nicht-)Teilnahme hatte keinerlei Einfluss auf den Erhalt medizinischer oder sonstiger Leistungen. Die potenziellen Interviewpartnerinnen und -partner konnten ihr Einverständnis in einem zweistufigen Einwilligungsverfahren geben. Dieses sah gesonderte Einverständniserklärungen zum einen für die Durchführung und Aufzeichnung eines Interviews sowie zum anderen für die Veröffentlichung vor. Diesbezüglich konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer genau festlegen, ob bzw. welche Interviewpassagen in welcher Form (geschriebener Text, Videoclip, Audioclip) öffentlich zugänglich gemacht werden durften. Dabei haben sie das Recht, ihre Einwilligungen jederzeit zu widerrufen und die Löschung der bis dahin erhobenen Daten zu verlangen.

Alle Aufzeichnungen und Transkripte wurden entsprechend der geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen anonymisiert, d. h. alle Personen-, Orts- und Institutionenbezeichnungen wurden unkenntlich gemacht.

Das Forschungsvorhaben wurde der Ethik-Kommission an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig zur Begutachtung vorgelegt. In dem Votum (Bearb.-Nr. 301-10-04102010) wurden keine ethischen und wissenschaftlichen Bedenken gegen die Studie erhoben.


Letzte Aktualisierung am: 21.10.2014 um 13:44